Ende der Proteste in Indiens Tee-Anbauregion Darjeeling

Werbung für Darjeeling-Tee von der Plantage Happy Valley

In der indischen Tee-Anbauregion Darjeeling kann nach fast vier Monaten schwerer Auseinandersetzungen zwischen Ureinwohnern und der Regierung des Bundeslandes Westbengalen wieder Ruhe einkehren. Auf Einladung von Innenminister Rajnath Singh gab es Gespräche zwischen der Ureinwohner-Partei Ghorka Janmukti Morcha (GJM) und der Regierung, nun seien Verhandlungen beschlossen worden, sagte GJM-Vertreter Jyoti Rai am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben beschlossen, unseren Streik ab sofort zu beenden."

Seit Anfang Juni hatte es schwere Zusammenstöße und mehrere Tote bei Protesten gegeben. Tausende Touristen flohen, Geschäfte und Schulen mussten schließen. Die Gorkhas stellen außerdem den Großteil der Arbeiter auf den Tee-Plantagen an den Ausläufern des Himalaya. Aus Protest stellten sie nicht nur die Ernte, sondern auch die Pflege der Plantagen auf unbestimmte Zeit ein. Dieser Streik ist nun vorbei.

Von Juni bis August wird in den Teeplantagen von Darjeeling im Staat Westbengalen normalerweise der größte Teil der fast acht Millionen Kilogramm Tee geerntet, der jährlich verkauft wird. Der meiste Darjeeling wird nach Europa exportiert. Doch allein im Juni wurden gerade einmal 140.000 Kilogramm Tee produziert - im Vergleich zu 1,33 Millionen Kilogramm im vergangenen Jahr.

Der schwere ethnische Konflikt zwischen den nepalesischsprachigen Ureinwohnern der Gorkhas und der Regierung von Westbengalen flammt immer wieder auf. Die Gorkhas streben einen eigenen Staat "Gorkhaland" in Westbengalen an. Auslöser der jüngsten Unruhen war die Entscheidung der Regierung des Bundesstaates, in den staatlichen Schulen bengalischen Sprachunterricht einzuführen.

Der Darjeeling hat eine lange Tradition in Indien. Der britische Soldat Arthur Campbell begann 1841 damit, in Darjeeling Tee anzubauen, die kommerzielle Produktion startete dann in den 1850er Jahren. Mittlerweile ist Darjeeling die einzige international geschützte Marke Indiens - das bedeutet, dass nur Tee, der wirklich von dort stammt, so genannt werden darf. Spezialitätensorten werden für umgerechnet bis zu 1500 Euro pro Kilo verkauft.