"Das Ende des Fernsehens hat einen Namen": Riesiger Zuschauer-Frust über "Pocher vs. Wendler"

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RTL versprach eine "spektakuläre Liveshow". Doch das TV-Duell der beiden Streithähne Oliver Pocher und Michael Wendler sorgte bei vielen Zuschauern für Frust und Enttäuschung. Die heftigste Backpfeife gab's vom TV-Satiriker Oliver Kalkofe.

Nein, das sei keine laue PR-Nummer, versicherte RTL im Vorfeld. Vielmehr versprach der Kölner Sender eine "spektakuläre Liveshow" mit zwei Intimfeinden, die sich seit Tagen vor allem bei Instagram einen Hohn-und-Häme-Kleinkrieg geliefert hatten. In mehreren, laut RTL "knallharten Spielrunden" sollten der Comedian Oliver Pocher und der Schlagersänger Michael Wendler gegeneinander antreten und zeigen, wer "der coolste Dude im TV-Geschäft" ist.

Wirklich cool - und zwar im wahrsten Wortsinne - war allerdings nur ein Finalspiel bei "Pocher vs. Wendler". Dazwischen: eine Show, die etliche Zuschauer kaltließ. Darauf lässt eine Enttäuschungslawine in den sozialen Medien schließen: "Die Spiele waren auf dem Level Kindergeburtstag, die Moderatorin war für diese Sendung unpassend, und die Bestrafung war auch nicht der Burner", schrieb ein gelangweilter Zuschauer stellvertretend für etliche ähnliche Stimmen bei Facebook.

"Kindergeburtstag" traf es in der Tat ganz gut: Die Duellanten mussten sich unter anderem als Hände verkleiden, die Arme ihrer Liebsten ablecken, eine Kissenschlacht austragen, möglichst viele Wäscheklammern ins Gesicht zwicken und im Kinder-Kultspiel schlechthin gegeneinander antreten. Doch der Wendler schien "Memory" nicht zu kennen: "Wie, muss ich jetzt noch eine zweite Karte aufdecken?" Der vierfache Vater Pocher erklärte es ihm, verlor am Ende aber haushoch. Da brachte ihm seine große Klappe nichts.

"Pocher vs. Wendler": Irritierende Momente

Auch mit seinem T-Shirt-Spruch lieferte Michael Wendler dem schlagfertigeren Comedian Pocher eine Steilvorlage: Dort stand gedruckt "Ich bin hier das Orginal". Pocher fiel das fehlende "i" gleich ins Auge. "Nee nee, das schreibt man so!", war sich der Sänger absolut sicher. Die TV-Zuschauer und die Social-Community erlebten eine Show, bei der man mehr als einmal irritiert war.

Ein solcher Moment war etwa der, als Wendler wurde gefragt, was seine Freundin Laura zum Schlafen trägt. Seine Antwort: "Wasser mit Sprudel." Oder als Oli Pocher im Stringtanga zum letzten Spiel erschien.

"Reicht das für eine Klage gegen die beiden?"

Die Reaktionen im Netz fielen entsprechend aus: "Ich war ganz tapfer und habe mir danach die Wendler-Laura-Geschichte angeguckt. Jetzt hab ich Nackenschmerzen vom vielen Kopfschütteln. Reicht das für eine Klage gegen die beiden?"

Auch die Moderatorin Laura Wontorra kam nicht gut weg: "Die Hauptdarstellerin war die Moderatorin, die mit nerviger Stimme 80 Prozent der Sendezeit die Spielregeln erklärte. Pocher und Wendler waren die harmlosen Nebendarsteller", ist zum Beispiel zu lesen. Oder: "Der Wendler. Der Pocher. Die Wontorra. Das Publikum. Die Müllerin. Kann mich nicht entscheiden, wer mir am unangenehmsten ist."

Oliver Kalkofe ist "schockiert": "Reines Straßenstrich-TV"

Noch deutlicher wurde der für seine knallharten TV-Abrechnungen bekannte Comedian Oliver Kalkofe. Bei Facebook ließ er seiner Abscheu über das TV-Duell freien Lauf. "FakeFuckFernsehen der allerschlimmsten Sorte ohne Freude oder Spaß", erkannte der 54-Jährige. Etwas "Uninspirierteres, Unlustigeres und Uninteressanteres" habe er selten gesehen. Er sei "schockiert" über die Show, er habe so etwas "selbst denen nicht zugetraut".

Der "Kalkofes Mattscheibe"-Satiriker geißelte die Sendung als Fernsehen "von und für sehr Doofe, die über die eigenen Fürze lachen". Kalkofe weiter: "Reines Straßenstrich-TV, wo jede Mediennutte für Geld alles macht, am Ende aber niemand Spaß hat, vor allem nicht der Zuschauer. Das Ende des Fernsehens - nicht nur des deutschen - hat einen Namen: 'Pocher vs. Wendler'."

Immerhin: Die Quote passt!

Allen Zuschauer-Schmähungen zum Trotz war die kurzfristig anberaumte Live-Show für RTL jedoch ein großer Erfolg. 4,22 Millionen Menschen schalteten die rund dreistündige Sendung ein. In der Kernzielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei herausragenden 27,4 Prozent. Damit war "Pocher vs. Wendler" noch erfolgreicher als die ihrerseits sehr starke RTL-Tanzshow "Let's Dance" am Freitag.

Ach ja: Wer hat am Ende gewonnen und ist nun der "der coolste Dude im TV-Geschäft"? Beim Finalspiel warteten auf die nur leicht bekleideten Kontrahenten Pocher und Wendler zwei Behälter, die mit eiskaltem Wasser gefüllt waren. Schätzfragen mussten beantwortet werden. Wem das Wasser als Erstes bis zum Hals stand, hatte verloren. Das war dann der Wendler. Zur Strafe muss er sich offiziell bei Oliver Pocher entschuldigen. Eine Entschuldigung bei den Zuschauer steht indes noch aus ...