Ende der Eiszeit? Deutsch-türkische Konsultationen werden wieder aufgenommen

Die regelmäßigen Treffen zwischen den Regierungen Deutschlands und der Türkei werden nach einem Jahr Unterbrechung laut einem Bericht der Welt in Berlin wieder aufgenommen. Dringendstes Thema sollen Sicherheitsfragen und Terrorismus sein.

Deutschland sei Ausgangspunkt und Ziel von Dschihadisten, deren Reisewege nach und von Syrien über die Türkei führen - sie seien eine gemeinsame Bedrohung.

In Bezug auf islamischen Extremismus ist man sich einig, in der grundsätzlichen Frage, wer oder was ein Terrorist ist, gehen die Meinungen teils weit auseinander.

Auf deutscher Seite geht es unter anderem um demokratische Grundrechte, Pressefreiheit und natürlich um ohne Anklage teils seit einem Jahr inhaftierte mit deutschem Pass. Auf türkischer Seite sind sensible Punkte der Umgang mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und angeblichen Angehörigen der Gülen-Bewegung oder das türkischen Militärs und Diplomaten gewährte Asyl nach dem gescheiterten Putsch und den folgenden Säuberungen. Die Beziehungen hatten einen bisher nicht gekannten Tiefpunkt erreicht.

Das beginnende Tauwetter zeichnete sich ab, als mehrere inhaftierte deutsche Staatsbürger freigelassen wurden. Ebenfalls um Entspannung bemüht zeigten sich die Außenminister Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavasoglu bei gegenseitigen Besuchen.