Empörung über Reisebus mit chinesischen Touristen, die Grenfell Tower fotografierten

Die ausgebrannte Hülle des Grenfell Tower ist jetzt eine Touristenattraktion. (Getty)

Ein Reiseführer wurde schmachvoll nach China zurückbeordert, nachdem er eine Busladung fotografierender Touristen zu den verkohlten Überresten des Grenfell Tower gebracht hatte.

Auch der Busfahrer wurde nach dem Vorfall Anfang der Woche suspendiert, bei dem die Fahrgäste vor dem Einsteigen dabei erwischt wurden, wie sie Fotos machten.

Etwa 80 Menschen sollen bei dem tragischen Unglück im Grenfell Tower gestorben sein, nachdem am 14. Juni ein Brand in dem Gebäude ausgebrochen war.

Der Bus jener Reisegruppe, die den Grenfell Tower fotografierte.

John Gregory, ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Grenfell News and Action“ teilte am Mittwoch drei Bilder der Reisegruppe und ihres Busses in der Nähe des Hochhauses.

An die Pinnwand der Gruppe schrieb er: „Ich kann nicht glauben, was ich gerade gesehen habe, eine Busladung Touristen hat Fotos vom Hochhaus gemacht.“

Auf der Facebook-Seite „Grenfell News and Action“ wurden Fotos gepostet

„Als ich den Busfahrer ansprach sagte er, sie seien Gesundheits- und Sicherheitsinspektoren aus China. Es gibt doch sicherlich genug Fotos des Hochhauses im Internet, sodass nicht ganze Busse kommen müssen, um Fotos davon zu machen?“

„Ich glaube nicht, dass es die Wahrheit ist. Kann jemand das herausfinden, wir wollen schließlich nicht, dass das Hochhaus eine Touristenattraktion wird.“

Rund 80 sollen in den Flammen ums Leben gekommen sein. (Getty)

Das Unternehmen BM Coaches – von dem das Fahrzeug zur Verfügung gestellt wurde –, bestätigte, dass die Besucher Gesundheits- und Sicherheitsexperten aus China seien, die einen unautorisierten Zwischenstopp gemacht hatten. Sowohl der Fahrer als auch der Reiseführer wurden infolgedessen suspendiert.

James Buckingham, Einsatzleiter bei BM Coaches, sagte in einer an die „Bewohner und Freunde des Greenfell (sic) Tower“ gerichteten Stellungnahme: „Ich möchte mich auch im Namen von BM Coaches & Rental Limited aufrichtig für das unsensible Verhalten der Gruppe entschuldigen, für die wir das Transportmittel zur Verfügung gestellt haben.“

„Ich habe das vom Reiseveranstalter erstellte Programm eingehend geprüft, hier handelt es sich um einen unautorisierten Besuch und daher wird das Unternehmen so hart wie möglich gegen den betroffenen Fahrer vorgehen.“

„Ein solches Verhalten widerspricht entschieden der Philosophie unseres Unternehmens, der betroffene Reiseveranstalter hat sich uneingeschränkt für das Verhalten ihres Reiseführers entschuldigt und er kehrt heute Abend nach China zurück. Sie werden außerdem eine Spende an das offizielle Greenfell (sic) Spendenkonto entrichten.“

Jane Howdle