Eisbär bei Arktis-Kreuzfahrt getötet - So wütend reagiert das Netz

Der Fall eines getöteten Eisbären in Norwegen sorgt für Kritik an Touren durch die Arktis. (Bild: Gustav Busch Arntsen/Governor of Svalbard/NTB Scanpix via AP Photo)

Ein Kreuzfahrt-Anbieter wirbt mit Touren durch die Arktis. Bei einer Fahrt hat jetzt ein Eisbär den Mitarbeiter eines Kreuzfahrtschiffs angegriffen und wurde von Wächtern getötet. Nun hagelt es im Netz Empörung.

In der Arktis kann man Eisbären sehr nahe kommen. Das Kreuzfahrtschiff „Bremen“ fährt mit dem Versprechen „Arktis pur“ nach Norwegen. „Wo Eisbären die Wildnis regieren, bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage“, bewirbt der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises die Fahrt, bei der nun ein Eisbär erschossen wurde, der sich einem Crewmitglied genähert hatte.

Bei dem Mann handelte es sich um einen Eisbärenwächter, der zusammen mit seinen Kollegen an Land der Inselgruppe Spitzbergen gegangen war. Die Aufgabe der Wächter, die die Kreuzfahrt gemäß der norwegischen Vorschriften begleiten, war, einen Landgang vorzubereiten und dafür sicherzustellen, dass kein Eisbär in der Nähe sei. Dabei sei es zu der überraschenden Attacke durch den Bären, der zuvor offenbar nicht gesichtet werden konnte, gekommen, wie die Kreuzfahrtlinie mitteilte. Der Eisbär wurde „aus Gründen der Notwehr“ erschossen, nachdem vergeblich versucht worden sei, ihn zu vertreiben. Der betroffene Mitarbeiter sei am Kopf verletzt worden und befinde sich nun zur Beobachtung im Krankenhaus. Er sei ansprechbar und außer Lebensgefahr.

Im Internet sorgt der getötete Eisbär für reichlich Empörung. So schrieb beispielsweise der britische Komiker Ricky Gervais auf Twitter:


„’Lassen Sie uns einem Eisbären in seiner natürlichen Umgebung zu nahe kommen und ihn dann töten, wenn er uns zu nahe kommt’. Idioten.“


„Unglaublich traurig und unnötig. Wie wärs, wenn man auf dem Kreuzschiff bleibt, oder gleich gar nicht damit zum Nordpol fährt. Tragisch.“

Im Netz wird auch darüber diskutiert, warum die Wächter nicht mit einem Betäubungsgewehr ausgerüstet waren. Aber auch die Empörung über den getöteten Bären stört manche.


„Lol. Wenn es mein Leben gegangen wäre oder das eines Familienmitglieds oder Freundes, wäre ich dankbar, dass sie sich für die sichere Variante einer Kugel entschieden haben, statt einer unsicheren Betäubung.“


„Ihr habt Recht, man hätte den Bären ihn einfach töten lassen sollen, immerhin haben sie die grauenhafte Entscheidung getroffen, die Welt zu bereisen./Sarkasmus.“

Kurz hatte Verwirrung geherrscht, weil ein Sprecher des nordnorwegischen Rettungsdienstes fälschlicherweise gesagt hatte, es habe sich bei den angegriffenen Personen um eine Gruppe Touristen gehandelt. Hapag-Lloyd betont, dass Touristen Eisbären nur vom Schiff aus beobachten dürften während bei einem Landgang darauf geachtet werde, dass sich keine der Raubtiere in der Nähe befänden. Das Kreuzfahrtschiff „Bremen“ hat seine Reise unterdessen fortgesetzt.