Empörung nach schwerer Verletzung von Fotografen am Rande von Pariser Protesten

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Mit Empörung haben Medien und Aktivisten auf die schwere Verletzung eines freien Fotografen am Rande der Proteste in Paris gegen Polizeigewalt reagiert.

PARIS, FRANCE - NOVEMBER 28: Clashes erupt as police use tear gar to disperse protesters during a demonstration against the newly passed controversial global security law, in Paris, France, on November 28, 2020. The global security legislation passed by the French Parliament aims to ban the distribution of photos in which police officers and gendarmes can be identified in a way which is harmful to their image. (Photo by Julien Mattia/Anadolu Agency via Getty Images)
In Frankreich wird heftig gegen Polizeigewalt und für Pressefreiheit protestiert (Symbolbild: Julien Mattia/Anadolu Agency via Getty Images)

Die Nachrichtenagentur AFP, für die Ameer al-Halbi unter anderem tätig ist, forderte am Sonntag polizeiliche Ermittlungen zu dem Fall. Der aus Syrien stammende Fotograf hatte am Vortag über die Proteste auf dem Pariser Bastille-Platz berichtet, als er nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (RSF) mit einem "Schlagstock der Polizei" schwer im Gesicht verletzt wurde.

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Nach Angaben des Bilderchefs der französischen Fotozeitschrift "Polka Magazine", für die al-Halbi ebenfalls arbeitet, wurde der Fotograf unter anderem wegen eines Nasenbruchs und Verletzungen an der Stirn im Krankenhaus behandelt. Auf AFP-Fotos wirkt der 24-Jährige schwer mitgenommen, sein Kopf verschwindet größtenteils unter Bandagen.

Fotograf Ameer Al-Halbi wurde bei den Protesten schwer verletzt (Bild: Gabrielle Cézard / AFP)
Fotograf Ameer Al-Halbi wurde bei den Protesten schwer verletzt (Bild: Gabrielle Cézard / AFP)

Heftige Kritik am Verhalten der Polizei

AFP-Informationsdirektor Phil Chetwynd zeigte sich "schockiert" über die Verletzungen des Kollegen und verurteilte die Gewalt, die der Fotograf nicht provoziert habe. Polka-Chef Alain Genestar wies darauf hin, dass al-Halbi deutlich als Presse-Fotograf zu erkennen gewesen sei. RSF-Generalsekretär Christophe Deloire kritisierte die Polizei für die "inakzeptable" Gewalt.

Der aus Syrien stammende Fotograf wurde schon mehrfach für seine Fotos ausgezeichnet. Für Aufsehen sorgten vor allem seine Bilder aus seiner Heimatstadt Aleppo, mit der er eindringlich das Leid des Syrien-Konflikts dokumentierte.

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Die Proteste in Paris und vielen anderen Städten richteten sich gegen ein geplantes Gesetz, mit dem die französische Regierung bestimmte Foto- oder Filmaufnahmen von Polizisten unter Strafe stellen will. Angefacht wurden sie von neuen Fällen von Polizeigewalt, die in den vergangenen Tagen durch Videoaufnahmen bekannt geworden waren und landesweit für Entsetzen gesorgt hatten.

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ansjes