Die emotionalste Geschichte der Tournee

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Die emotionalste Geschichte der Tournee
Die emotionalste Geschichte der Tournee

Mit sechs Skispringern geht Norwegen die Vierschanzentournee an.

Einer davon dürfte sich ganz besonders auf seine Teilnahme freuen: Daniel André Tande.

Denn dass der 27-Jährige überhaupt noch Sport treiben kann, grenzt an ein kleines Wunder. (Skisprung-Weltcup: Alle Wettbewerbe im LIVETICKER)

Etwas mehr als neun Monate ist es nun her, dass nicht nur seine norwegischen Teamkollegen um Tandes Leben bangten. Ein Sprung beim Skifliegen in Planica im Probedurchgang Ende März endete in einem Horror-Sturz.

Tande fiel aus acht Metern auf harten Schnee

Er wollte zu viel, verlor den Kontakt zu seinen Skiern und fiel aus acht Metern Höhe auf den eisenharten Schnee. Bewusstlos blieb er liegen, für einige Zeit hörte sein Herz auf zu schlagen.

Er schwebte in Lebensgefahr, musste intubiert werden und lag tagelang im Koma.

Von diesen traumatischen Erlebnissen fehlt ihm jede Erinnerung. „Ich habe keine Erinnerungen daran, dass ich überhaupt nach Planica gereist bin“, sagte er kürzlich der Bild-Zeitung.

Für seine Familie sei die größte Sorge gewesen, „dass ich nicht mehr ich selbst bin. Am Anfang klang meine Stimme anders. Aber ich bin wieder ganz der Alte“, sagte Tande. (DATEN: Weltcup-Kalender im Skispringen)

Die Sorge war nicht unbegründet. Denn er hatte bei dem Sturz auch eine Hirnblutung in dem Bereich erlitten, der für die Persönlichkeit eines Menschen wichtig ist.

Tande: „Vierschanzentournee kann kommen“

Mittlerweile aber gehe es ihm wieder bestens: „Die Vierschanzentournee kann kommen.“

Schon fünf Monate nach dem schweren Sturz beendete er seine Reha und stand schon wieder auf einer Schanze.

Und im Dezember folgte bereits der erste große Erfolg nach seinem Comeback: Mit Platz zwei beim Weltcup in Klingenthal konnte er wieder ein Podium besteigen.

Die handgemachte Trophäe aus werde einen Ehrenplatz erhalten, versprach der Norweger sichtlich bewegt.

„Von dem Moment an, als ich aus dem Koma erwacht bin, habe ich immer daran geglaubt“, sagte Tande nach seiner emotionalen Rückkehr in die Skisprung-Elite der Zeitung VG.

Tande kann Glück kaum fassen

„Momente wie dieser sind der Grund dafür, dass ich noch dabei bin. Dass mir so schnell der Sprung zurück an die Spitze gelungen ist, ist wirklich schwer zu beschreiben“, sagte Tande damals.

In Klingenthal musste er sich nur dem ehemaligen Vierschanzentournee-Sieger Ryoyu Kobayashi aus Japan geschlagen geben, um ein Haar hätte es sogar zum ersten Sieg seit November 2019 gereicht.

Vielleicht gelingt ihm der ja dann auf einer der vier Schanzen in Deutschland und Österreich – die Krönung des märchenhaften Comebacks wäre perfekt.

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mit Sport-Informationsdienst (SID)

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