Dieser Mann hat sich die EM-Nominierung verdient

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Dieser Mann hat sich die EM-Nominierung verdient
Dieser Mann hat sich die EM-Nominierung verdient

Als bei der Kadernominierung für die Europameisterschaft der Name von Christian Günter auftauchte, mussten nicht nur viele Fans zweimal hinschauen.

Für den Außenverteidiger des SC Freiburg kam die Nominierung für die EM wohl ebenso überraschend. "Ich kann es selbst noch nicht so in Worte fassen. Es war eine große Freude", erklärte Günter in einem Videoclip des SC. Den Moment, als er die frohe Nachricht von Bundestrainer Joachim Löw erhielt, werde er "nie vergessen".

Sicherlich wird es einige Fans ins Deutschland geben, die Günter bisher noch gar nicht im Blick hatten. Im Breisgau und im Schwarzwald kennen ihn die Leute allerdings schon länger.

Günter ist der Heimat treu geblieben

Der 28-Jährige ist knapp 65 Kilometer entfernt von Freiburg aufgewachsen, wo er seit 2006 sein fußballerisches Zuhause gefunden - und nicht mehr verlassen hat.

2014 machte Trainer Christian Streich Günter zum Stammspieler beim SC – im gleichen Jahr absolvierte der Abwehrmann sein erstes und bisher einziges Länderspiel für die DFB-Elf. Im Testspiel gegen Polen durfte Günter für acht Minuten ran.

Mittlerweile ist er seit zwei Jahren Kapitän der Freiburger. Nach außen macht Günter einen bodenständigen Eindruck und geht auf dem Platz als wichtige Stütze trotzdem ehrgeizig voran. Dieser Ehrgeiz scheint sich mit der Nominierung nun bezahlt zu machen.

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"Unheimlich hohe Leidenschaft" zeichnet Günter aus

"Er hat in der letzten Woche ein grandioses Tor geschossen (gegen FC Bayern, Anm. d. Red.) und so ein Mentalitätsmonster muss man einfach dabei haben", erklärt SPORT1-Experte Olaf Thon: "Es macht eine Freude, wenn so ein Spieler in diesem Alter zum ersten Mal in einem WM- oder EM-Kader berufen wird. Er hat es verdient und ist ein Zeichen, dass man nie aufgeben darf und immer an sich glauben muss."

Auch Markus Babbel freut sich über die Wahl des Bundestrainers. "Kompliment an Jogi Löw, dass er an ihn gedacht hat und ihn mitnimmt", sagt der Europameister von 1996 bei SPORT1. Der Linksverteidiger sei ein "überdurchschnittlicher Bundesligaspieler, der absolut eine gestandene Persönlichkeit in Freiburg ist", analysierte Babbel, der in der Bundesliga Hoffenheim, Hertha und Stuttgart trainierte:" "Günter geht voran, der marschiert, der ist mit einer unheimlich hohen Leidenschaft mit dabei."

Dass Günter diese Leidenschaft für den SC Freiburg auf den Platz bringt, ist für den Profi selbst eine Herzensangelegenheit. Gegen einen Vereinswechsel hat sich der Linksfuß in der Vergangenheit aus Überzeugung entschieden – und das, obwohl er in den letzten Jahren genug Angebote gehabt habe. Der Schwarzwälder schätzt die Gemeinschaft beim SC und die Nähe zu Familie und Freunden in seiner Heimatregion.

Günters Frau an Krebs erkrankt

Zu seiner Frau Katrin gibt es eine ganz emotionale Geschichte zu erzählen. 2015 wurde bei ihr Lymphknotenkrebs diagnostiziert – mit gerade einmal 21 Jahren. Nach einer anstrengenden Behandlung konnte sie sich ein Jahr später davon weitgehend erholen.

Christian Günter war damals noch nicht sehr lange mit Katrin zusammen. Aus Solidarität mit seiner an Krebs erkrankten Partnerin rasierte er sich ebenfalls die Haare ab.

Heute ist Günters Frau glücklicherweise wieder komplett gesund. Zusammen haben sie eine kleine Tochter, 2019 hat das Paar geheiratet.

Günter hat hinlänglich bewiesen, dass er auf und neben dem Platz sportlich sowie menschlich vorangeht. 

Vielleicht kann der Freiburger Sympathieträger auch während der EM in der deutschen Mannschaft eine tragende Rolle einnehmen.