Dominanz in der Liga ist nichts wert

Matthias Becker
Matthias Becker, Leiter News Digital bei SPORT1, hat sich am Dienstagabend beim Fußball so gut unterhalten gefühlt wie lange nicht

Für viele geschundene Fan-Seelen war das am Dienstag ein richtig toller Fußballabend.

Überall – außer in Manchester und Barcelona wahrscheinlich – hat es beim Zuschauen endlich mal wieder richtig Spaß gemacht. Der Fußball lebt davon, dass man nicht vorher weiß, wie es ausgeht.

Dass sich mit dem FC Liverpool und der AS Roma zwei "Underdogs" im Konzert der ganz Großen durchgesetzt haben, ist eine gute Nachricht für den Fußball.

Fast alle Top-Ligen in Europa waren schon vor Ostern faktisch entschieden und werden zum großen Teil seit Jahren von den gleichen Mannschaften dominiert. Aber fast alle diese Mega-Teams hat es jetzt im größten Wettbewerb, der Champions League, früh erwischt.


Paris St. Germain? Im Achtelfinale raus. Der FC Barcelona? Zum dritten Mal in Folge bereits im Viertelfinale gescheitert. Juventus Turin? Endstation ziemlich sicher Viertelfinale. Und Manchester City, das die Premier League in diesem Jahr aufgefressen hat? Wieder nicht im Halbfinale.

Diese Runde der letzten Acht in Europas Königsklasse war bisher ein Lehrstück dafür, dass Emotion Klasse schlagen kann. Liverpool überrennt im Hinspiel Guardiolas Mega-Team und beißt sich mit Glück und Geschick auch im Rückspiel durch. Die Roma schwebt über ein bodenloses Barca hinweg, ein vorher nahezu unvorstellbares Ergebnis.

Für den europäischen Geld-Adel um Barca und ManCity sollte das ein Alarmsignal sein: Eine zu große Dominanz in der heimischen Liga bringt auf die Dauer nichts. Die Spannung geht verloren. Anders lassen sich die seltsam blutleeren Auftritte von City im Hinspiel und Barca im Rückspiel kaum erklären.

Dem neutralen Zuschauer bleibt dagegen nur eines zu sagen: Danke, Fußball!