Emma Watson wird 30: Von der Zauberschülerin zur Frauenrechtlerin

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Emma Watson feiert am 15. April ihren 30. Geburtstag. (Bild: Debby Wong/Shutterstock.com)

Lange braune Haare, entschlossene Miene, loses Mundwerk und zuweilen etwas besserwisserisch: So kennen und lieben die Fans der "Harry Potter"-Reihe Hermine Granger. Schauspielerin Emma Watson, die die Figur in allen acht Teilen der Bestsellerverfilmung verkörpert, ist ihrem Alter Ego in vielen Dingen ähnlich - vor allem in ihrer Entschlossenheit. Am Mittwoch (15. April) wird die Britin, die 2014 zur UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte ernannt wurde, 30 Jahre alt. Das muss man über sie wissen.

Mit "Harry Potter" fing alles an

Die ersten fünf Jahre ihres Lebens verbrachte Emma Charlotte Duerre Watson nicht in Großbritannien, sondern in Frankreich. Nachdem sie 1990 in Paris zur Welt kam, lebte sie mit ihren Eltern Jacqueline Luesby und Chris Watson sowie ihrem jüngeren Bruder in dem Vorort Maisons-Laffitte. Nachdem sich die beiden Anwälte scheiden ließen, zog Watsons Mutter mit den beiden Kindern in die englische Grafschaft Oxfordshire und später in die Stadt Oxford.

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Bereits mit sechs Jahren stand für die Britin ihr Berufswunsch fest: Sie wollte Schauspielerin werden. An der Theaterschule Stagecoach Theatre Arts in Oxford lernte sie, zu singen, zu tanzen und zu schauspielern, ihre ersten Auftritte hatte sie in Schulaufführungen. 1999 sprach die damals Neunjährige das erste Mal für die Rolle der Hermine Granger in "Harry Potter und der Stein der Weisen" vor. Die Produzenten waren vom Selbstbewusstsein des Mädchens beeindruckt, für Autorin J. K. Rowling (54) war Emma Watson bereits nach dem ersten von acht Vorsprechen die Idealbesetzung für die Rolle der Zauberschülerin.

Dann ging alles Schlag auf Schlag. An der Seite ihrer Kollegen Daniel Radcliffe (30) und Rupert Grint (31) wurde sie 2001 im Alter von elf Jahren über Nacht weltbekannt. Auf der großen Leinwand erlebte das Trio als Hermine Granger, Harry Potter und Ron Weasley über zehn Jahre lang in acht Filmen allerhand Abenteuer. Abseits des Rampenlichts wurde Emma Watson von einem Privatlehrer unterrichtet, machte 2008 ihren Highschool-Abschluss. Nach einem "Gap Year", in dem sie beide Teile von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" drehte, begann Watson 2009 ein Studium der englischen Literatur an der renommierten Brown University in den USA.

Uniabsolventin und UN-Sonderbotschafterin

Neben ihrer Schauspielkarriere war Emma Watson Bildung immer sehr wichtig - und das in unterschiedlichen Bereichen. Bevor sie ihr Studium 2014 erfolgreich mit einem Bachelorabschluss beendete, ließ sie sich ein Jahr zuvor zur Yoga- und Meditationslehrerin ausbilden. In Kanada nahm sie an einem einwöchigen Kurs teil, der das Sprechen strikt untersagte. Das Meditieren beschrieb sie in der australischen Ausgabe des Magazins "Elle" 2014 als "Weg, um mich immer sicher und zu Hause zu fühlen, weil ich mich niemals auf einen physischen Ort verlassen kann".

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Neben ihrer eigenen Ausbildung war es für Emma Watson seit langem eine Herzensangelegenheit, den weltweiten Stellenwert von Bildung für Mädchen hervorzuheben. Die Vereinten Nationen ernannten sie deshalb 2014 zur Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte. Eine ihrer ersten "Amtshandlungen" war eine Rede im Hauptsitz der Organisation in New York City, in der sie die Kampagne "HeForShe" ankündigte, die Jungen und Männer dazu aufruft, sich für Gleichberechtigung stark zu machen. Nicht allen Menschen gefiel der mutige Auftritt der Britin, innerhalb von zwölf Stunden erhielt sie Drohungen, wie Watson später der "Vanity Fair" preisgab.

Ein neuer Beziehungsstatus geht um die Welt

Aufhalten ließ sich die damals 24-Jährige allerdings nicht. "Wenn sie versucht haben sollten, mich von [dem Einsatz für Frauenrechte] wegzukriegen, dann haben sie genau das Gegenteil erreicht", so Watson damals im Interview. In der Folge weitete die "Vielleicht lieber morgen"-Darstellerin ihr Engagement sogar noch aus. In Uruguay sprach sie über die politische Partizipation von Frauen, beim Wintertreffen des Weltwirtschaftsforums im Januar 2015 über Geschlechtergleichstellung. Das Magazin "Time" platzierte sie deshalb im selben Jahr auf Rang 26 der 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

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Ihren Feminismus beweist Watson nicht nur durch ihren Einsatz für andere, sondern auch durch ihre Einstellung zu sich selbst. In der britischen "Vogue" nannte sie ihren Beziehungsstatus im Dezember 2019 "self-partnered". Das bedeutet, dass sie eine Beziehung mit sich selbst führt. Sie sei so "sehr glücklich", obwohl sie eine lange Zeit nicht daran geglaubt habe, dass dies möglich sei. Fans der "Harry Potter"-Filme hofften eine Weile, dass sich eine Romanze zwischen ihr und Draco-Malfoy-Darsteller Tom Felton (32) anbahne, bislang sind die beiden aber nur gute Freunde.

Sie wählt ihre Rollen mit Bedacht aus

Neben der Schauspielerei und ihrer Tätigkeit als UN-Sonderbotschafterin arbeitet Emma Watson bereits seit knapp 15 Jahren als Model. 2005 war sie die jüngste Person, die jemals auf dem Cover der "Teen Vogue" zu sehen war. Seitdem war sie in Kampagnen von Burberry und Lancôme sowie dem Fair-Trade-Label People Tree zu sehen, für das sie ohne Bezahlung arbeitete.

Im Kino war Emma Watson übrigens zuletzt Anfang 2020 zu sehen, in "Little Women". In der Neuverfilmung von Regisseurin Greta Gerwig (36) kämpfen junge Frauen gegen das klassische Rollenbild - wie gemacht für Emma Watson.

Aktuell befindet sich die "Die Schöne und das Biest"-Darstellerin aufgrund der Corona-Krise wie viele Millionen andere Menschen auf der Welt in heimischer Isolation. Während ihrer beruflichen Zwangspause meldet sich die Aktivistin aber weiterhin regelmäßig via Instagram zu Wort - um anderen Mut zu machen und sie dazu zu motivieren, ebenfalls zu Hause zu bleiben.

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