Nach EM-Aus: Stephan übt Kritik an Prokop

Nach EM-Aus: Stephan übt Kritik an Prokop

Der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan hat nach dem Hauptrunden-Aus von Titelverteidiger Deutschland bei der EM in Kroatien Kritik an Bundestrainer Christian Prokop geübt. "Prokop hat sich mit der Kadernominierung selbst sehr unter Druck gesetzt. Er hatte die Philosophie, ohne Finn Lemke zu spielen - das ist zwar legitim, hat aber für viel Unruhe sowohl außerhalb als auch innerhalb der Mannschaft gesorgt. Die Mannschaft war damit nicht einverstanden", schrieb Stephan in seiner Sport1-Kolumne.
Abwehrchef Lemke war zunächst von Prokop aussortiert worden und kehrte erst zum letzten Vorrundenspiel gegen Mazedonien zurück. "Das Risiko, einen international unerfahrenen Trainer zu verpflichten, hat sich bei dieser Europameisterschaft nicht ausgezahlt. Es ist schwierig, ein System - wie zum Beispiel das Leipziger - auf die Spieler zu projizieren. Stattdessen muss man das System auf die Spieler ausrichten", schrieb Stephan und stellte fest: "Im Zusammenspiel zwischen Trainer und Mannschaft lagen einfach Defizite. Diese atmosphärischen Störungen muss man dringendst aufarbeiten."
Stephan riet Prokop, "die Mannschaft zukünftig mehr einzubeziehen und nicht alles vorauszusetzen". Auch bei Kaderentscheidungen sollte man mehr Fingerspitzengefühl beweisen, so Stephan.