Powerranking: Wer ist jetzt der große EM-Favorit?

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Powerranking: Wer ist jetzt der große EM-Favorit?
Powerranking: Wer ist jetzt der große EM-Favorit?

Es ist angerichtet: Die heiße Phase der Europameisterschaft kann beginnen.

Am Samstag um 18 Uhr fällt in der Johan Cruijff Arena zu Amsterdam der Startschuss für das erste Achtelfinale zwischen Wales und Dänemark. (Dann steigen die Achtelfinal-Paarungen)

Doch die Fans welcher Länder können sich die größten Hoffnungen auf den Triumph machen - und wo steht Deutschland im Vergleich zu den anderen Top-Nationen? Das SPORT1-Powerranking.

Die Außenseiter

Durch die Regelung rund um die Gruppendritten haben es einige Nationalmannschaften in das Achtelfinale der EM geschafft, die man normalerweise nicht unbedingt in der K.o.-Phase eines großen Turniers erwarten würde.

Zu den größten Außenseitern gehören die Ukraine, Wales und Tschechien. Österreich steht zum ersten Mal überhaupt in der Knockout-Phase einer Europameisterschaft. Gegen Italien wird es für das ÖFB-Team allerdings enorm schwer.

Die Schweiz ist regelmäßig in der K.o.-Phase von großen Turnieren mit dabei, bei dieser EM tat sich das Team von Vladimir Petkovic allerdings enorm schwer und zitterte sich als Gruppendritter weiter. Der Gegner ist mit Weltmeister Frankreich dementsprechend schwer.

Mit Kroatien befindet sich der Vizeweltmeister nur unter den Außenseitern. Die Kroaten haben sich in der Gruppenphase nicht gerade mit Ruhm bekleckert und die Mannschaft wirkt deutlich schwächer als noch 2018 in Russland. Es wäre eine Überraschung, wenn das Team um Luka Modric im Achtelfinale Spanien aus dem Weg räumen würde.

Bei Tschechien begeisterte vor allem Leverkusens Stürmer Patrik Schick, der in den ersten beiden Gruppenspielen drei Treffer erzielte. Sein Tor aus 45 Metern gegen Schottland ist bislang wohl das sportliche Highlight dieses Turniers. Dennoch gehören die Tschechen gegen Niederlande zu den klarsten Außenseitern des Achtelfinals.

Als eine potenzielle Überraschungsmannschaft unter den Außenseitern ist Dänemark zu nennen. Nach den tragischen Ereignissen rund um den Herzstillstand von Christian Eriksen im ersten Gruppenspiel hat das Team eine besondere Bindung aufgebaut und die Begeisterung in der Heimat ist riesig. Mit den Emotionen und dem Willen, den die Dänen beim 4:1-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Russland gezeigt haben, könnte einiges möglich sein. Im Achtelfinale wartet mit Wales zudem ein machbarer Gegner.

Platz 8 - Portugal

Der Titelverteidiger gehört bei diesem Turnier nicht zu den ganz großen Favoriten - das war beim Triumph 2016 in Frankreich allerdings nicht anders. Die portugiesische Nationalmannschaft hat eine unbestritten starke Offensive zu bieten, der in drei Gruppenspielen auch sieben Tore gelangen. Superstar Cristiano Ronaldo steht mit seinen 36 Jahren immer noch voll im Saft und führt mit unglaublichen fünf Treffern die Torschützenliste der EM an.

Insgesamt wirkt das Team mit knapp 28 Jahren im Schnitt aber etwas über dem Zenit. Im Achtelfinale bekommen es die Portugiesen zudem gleich mit dem ewigen Geheimfavoriten - der eigentlich längst keiner mehr ist - Belgien zu tun. Der Titelverteidiger geht als Außenseiter ins Achtelfinale.

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Platz 7 - Spanien

Eine Nationalmannschaft Spaniens gehört praktisch automatisch zu den Favoriten eines großen Turniers. Der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2008 und 2012 konnte in der Gruppenphase allerdings nur im letzten Spiel überzeugen. Vor dem 5:0-Kantersieg gegen die Slowakei drohte nach zwei enttäuschenden Remis gegen Schweden (0:0) und Polen (1:1) sogar das Aus - trotz Heimvorteil bei allen drei Spielen, die in Sevilla ausgetragen wurden.

Das Talent im spanischen Team ist groß, einige Hoffnungsträger wie Pedri sind allerdings noch unerfahren. Außerdem fehlt ein echter Knipser im Sturmzentrum. Álvaro Morata konnte diese Rolle bislang nicht wirklich ausfüllen. Für Unruhe sorgte vor dem Turnier, dass Nationalcoach Luis Enrique (ehemaliger Trainer des FC Barcelona) keinen einzigen Spieler von Real Madrid nominierte. Das könnte ihm noch nachhängen - vor allem dann, wenn es schon im Achtelfinale gegen Kroatien schiefgehen sollte.

Platz 6 - Deutschland

Schon vor dem Turnierstart gehörte das DFB-Team nicht unbedingt zu den Top-Favoriten. Nach der Gruppenphase hat sich das nicht geändert. Durch den späten Treffer von Leon Goretzka konnte der Super-GAU verhindert werden, im Achtelfinale wartet nun aber der große Rivale England - und zwar im Wembley-Stadion. (BERICHT: Sané ausgepfiffen - wie reagiert er?)

Die Defensive der Mannschaft von Joachim Löw präsentierte sich alles andere als sicher. Offensiv kann das DFB-Team allerdings Weltklasse sein und begeistern, was der 4:2-Sieg gegen Portugal zeigte.

Die deutsche Mannschaft hat außerdem immer wieder bewiesen, dass sie sich in der K.o.-Phase steigern kann. Stichwort: Turniermannschaft. Falls gegen England ein Sieg gelingen sollte, würde das DFB-Team mit einem vermeintlich leichteren Gegner im Viertelfinale belohnt werden, in dem Schweden oder die Ukraine warten würde.

Platz 5 - England

So wirklich begeistern konnten auch die Engländer die heimischen Fans in der Gruppenphase nicht. In der Offensive zeigten sich die Three Lions trotz großer Namen über weite Strecken harmlos, Superstar und Kapitän Harry Kane wirkte teilweise wie ein Fremdkörper im englischen Spiel. Nur zwei Tore hat England in den ersten drei Turnierspielen erzielen können.

Auf der anderen Seite hat das Team von Coach Gareth Southgate aber auch noch kein einziges Gegentor kassiert.

Die Stimmung auf der Insel ist daher weiterhin gut, was auch daran liegt, dass gegen Deutschland ein Heimspiel ansteht. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere sogar an das legendäre WM-Finale in Wembley 1966.

Platz 4 - Niederlande

Oranje ist souverän mit drei Siegen in das Achtelfinale eingezogen. Das Team wirkt enorm gefestigt und wird von einem überragenden Kapitän Georginio Wijnaldum angeführt. Der baldige PSG-Spieler hält das Team defensiv zusammen und zeigt sich offensiv überraschend torgefährlich. Bereits drei Treffer hat er im laufenden Turnier erzielt.

Offensiv kann sich die Niederlande auf die Spielfreude von Memphis Depay und die Torgefahr des Wolfsburgers Wout Weghorst verlassen. Der Rest des Teams wirkt ausgewogen - ohne echte Schwachstellen. Für Oranje könnte viel möglich sein - auch weil es die Auslosung gut meinte: Falls Tschechien im Achtelfinale aus dem Weg geräumt wird, wartet im Viertelfinale Dänemark oder Wales - keine absoluten Schwergewichte.

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Platz 3 - Belgien

Es ist die vielleicht letzte Chance der Goldenen Generation Belgiens, einen großen Titel zu holen. Das Team spielt seit Jahren in ähnlicher Besetzung zusammen. Doch die Stars altern so langsam - Belgien hat mit durchschnittlich gut 29 Jahren sogar das älteste Team bei der EM.

Mit Stars wie Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku, den Hazard-Brüdern und Thibaut Courtois sollte der große Wurf möglich sein. Die Auslosung dürfte den Roten Teufeln aber so gar nicht schmecken. Im Achtelfinale muss trotz des Gruppensieges Titelverteidiger Portugal aus dem Weg geräumt werden, im Viertelfinale könnte dann Italien warten.

Platz 2 - Frankreich

Der Weltmeister ging als Top-Favorit in das Turnier, hat diese Rolle in der Gruppenphase aber nicht unbedingt zementiert. Nach dem Auftaktsieg gegen Deutschland folgte ein überraschendes Remis gegen Ungarn (2:2) und ein Unentschieden gegen Portugal (2:2). Trotzdem gelang den Franzosen der Gruppensieg.

Die Defensive der Franzosen offenbarte ungewohnte Lücken, die in der K.o.-Phase besser nicht mehr vorhanden sein sollten. Ansonsten ist Frankreich allerdings weiterhin einer der Top-Favoriten, was nicht zuletzt an der überragenden Sturmreihe mit Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema liegt. Die Streitigkeiten vor dem Turnier rund um Mbappé scheinen beigelegt, die Franzosen werden mit Sicherheit ein Wörtchen um den Titel mitsprechen.

Platz 1 - Italien

Durchaus etwas überraschend, die Italiener nach der Gruppenphase auf Rang eins eines Powerrankings zu sehen. Allerdings nur auf den ersten Blick, denn die Italiener haben sich längst von dem Schock erholt, bei der WM 2018 nicht einmal dabei gewesen zu sein.

Seit Roberto Mancini auf der Trainerbank sitzt, hat die Squadra Azzurra einen Umbruch bewerkstelligt, welcher der deutschen Nationalmannschaft so nicht gelungen ist. Die vielen jungen Spieler werden von den erfahrenen Haudegen Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci angeführt. Mancini hat den Ergebnisfußball abgeschafft und lässt erfrischenden Offensivfußball spielen, den man in dieser Form selten von einer italienischen Nationalmannschaft gesehen hat.

Die Italiener sind nun seit 29 Spielen ungeschlagen, die letzten 15 wurden allesamt gewonnen. Bei den letzten neun davon blieb das Team von Mancini zudem ohne Gegentor. Die Gruppenphase wurde mit drei Siegen und 7:0 Toren mühelos überstanden. Italien ist das heißeste Team der EM. Und in dem fußballverrückten Land träumen nicht wenige von einem Titel - nur drei Jahre nachdem der italienische Fußball am Boden lag.

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