EM der Frauen: Steffi Jones will mit Anarchie zum neunten Titel

Bundestrainerin Steffi Jones (l.) hat bei den Europameisterinnen jetzt das Kommando

Berlin.  Charlie Brown ist schon ein armer Tropf. In jeder Situation, in jedem Moment glaubt er an das Gute. Unerschütterlich. Und fällt doch immer wieder darauf herein, wenn Freundin Lucy ihn auffordert, den Football zu treten, so weit er kann – um das Leder-Ei im letzten Moment wegzuziehen und den Pechvogel zu einem Sturz zu verurteilen.

Warum sich Steffi Jones jenen sympathischen Verlierer aus der Comic-Reihe von Charles M. Schulz ausgesucht hat, lässt sich nur wie folgt erklären: Die Bundestrainerin der deutschen Fußball-Frauen will erst gar nicht in Verdacht geraten, bei ihrem ersten großen Turnier, der Europameisterschaft in den Niederlanden, mit der Über-Figur Silvia Neid in Konkurrenz zu treten.

Gleichwohl möchte die ehemalige Nationalspielerin den Erfolgsweg, den der deutsche Frauenfußball unter Neid eingeschlagen hat, fortsetzen. Mit ihren eigenen Methoden, versteht sich, die das sich im personellen Umbruch befindliche Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch gleich zu spüren bekam. Eben mit Jones' Charakterisierung der Spielerinnen durch Comicfiguren.

Mit "Robin Hood" und "Super-Maus" zum Titel

Kapitänin und Spielgestalterin Dzsenifer Marozsan etwa wird zu "Robin Hood", als zentrale Heldin des deutschen Spiels, tollkühn und dank ihrer Technik zuweilen listig. Die defensive Mittelfeldspielerin Sara Däbritz wird wegen ihrer Schnelligkeit zu "The Flash", und EM-Neuling Hasret Kayikci wird zur "Super-Maus". Das schafft ein Klima des Teamgeistes, das den Titelverteidiger nicht n...

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