EM der Frauen: Die DFB-Frauen auf der Suche nach Zielstrebigkeit

Sara Däbritz und die Enttäuschung nach einer vergebenen Torchance

Breda.  Die Töne sind forsch, aber eines Titelfavoriten durchaus angemessen. Auch wenn sie von jemandem kommen, der gerade sein erstes Spiel bei einer Europameisterschaft absolviert hat. "Unser Anspruch ist, gegen Italien und dann auch gegen Russland zu gewinnen", sagte also Kristin Demann. Das Selbstvertrauen bei den deutschen Fußballerinnen hat keinen Schaden genommen durch das 0:0 zum Auftakt gegen Schweden. Doch die Spielerinnen sind nach dem erst sechsten Remis im 39. Spiel bei einer kontinentalen Meisterschaft nachdenklicher geworden. "Es war ein gelungener Start mit Luft nach oben", ließ auch Demann wissen.

Viel war zu sehen von der Spielidee, die die neue Bundestrainerin Steffi Jones ihrer Mannschaft mitgegeben hat. Viel Flexibilität, zum Teil gelungene Ballstafetten und vor allem in der zweiten Halbzeit jene Dominanz, die man mit einem Titelverteidiger verbindet. "So wollen wir weitermachen: kombinationssicher, ballsicher, Chancen kreieren – nur dann noch zielstrebiger den Torabschluss suchen", sagte Jones. Und traf damit den Kern des Problems in der Neuauflage des Olympia-Finales von 2016, das die Deutschen mit 2:1 gewonnen hatten.

Eben weil es gegen die massive Defensive der Schwedinnen so wenig Möglichkeiten gab, die eigene offensive Stärke auszuspielen, wurden die wenigen Aktionen, die vielversprechend waren, zu hektisch weggespielt. Torhüterin Almuth Schult, die in der Schlussphase gegen Lotta Schelin und die eingewechselte Stina Blackstenius in höchster Not eingreifen muss...

Lesen Sie hier weiter!