EM: DLV-Präsident Kessing zeigt Verständnis für Merkels Fehlen

EM: DLV-Präsident Kessing zeigt Verständnis für Merkels Fehlen

Präsident Jürgen Kessing vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hat Verständnis dafür gezeigt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel der EM in Berlin keinen Besuch abgestattet hat. Zuvor hatten mehrere deutsche Athleten das Fernbleiben der Kanzlerin kritisiert.
"Die Kanzlerin hat neben dem Besuch von Sportveranstaltungen auch andere Dinge zu tun", sagte der DLV-Präsident. Die Politik sei bei der EM auch ohne Merkel hochrangig vertreten gewesen, meinte Kessing. So sei Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller als Bundesratsvorsitzender im Stadion gewesen. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas habe das Event mit seiner Familie besucht "und es sehr genossen", wie Kessing betonte.
Zuvor hatte es aus den deutschen Sportler-Kreisen Kritik gegeben, dass Merkel zwar die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2014 in Brasilien besucht habe und dafür extra nach Rio de Janeiro geflogen sei, ein Besuch in Berlin vor ihrer Haustür aber offenbar nicht möglich gewesen sei.
"Es ist natürlich schade, dass es die Bundeskanzlerin nicht in ihrem Fokus hat, die Leichtathletik zu unterstützen", sagte Diskuswerferin Nadine Müller (Halle), die am Samstag in Berlin Silber gewonnen hatte. "Ich denke, es hätte für uns alle noch einmal einen Push gegeben, wenn sie im Stadion gewesen wäre", so Müller.
"Es wäre eine schöne Wertschätzung gewesen, wenn die Kanzlerin ins Stadion gekommen wäre", sagte auch Müllers Teamkollegin Shanice Craft, die Bronze gewonnen hatte. Craft haderte aber nicht lange: "Es waren so viele Leute im Stadion, die das wirklich sehen wollten, was wir gemacht haben. Und das war mir am Ende viel mehr wert."
Zuvor hatte sich Kugelstoßerin Christina Schwanitz im Aktuellen Sportstudio des ZDF beschwert, dass Merkel die EM nicht besucht habe. "Nach Rio de Janeiro kann sie fliegen und ist mehrere Tage nicht auf Arbeit. Im Fußball geht's", sagte Schwanitz und meinte: "Das finde ich ziemlich schade. Da sieht man auch die Wertschätzung."