"Elvis & Nixon" - Das passierte wirklich im Weißen Haus!

Es ist eine unglaubliche Geschichte und doch hat sie sich so zugetragen. 1970 erscheint Elvis Presley, der King of Rock'n'Roll, vor dem Weißen Haus und bittet um einen Termin beim damaligen US-Präsidenten, Richard Nixon. Das Anliegen des Musikers:  Er macht sich angesichts der ausufernden Drogenkriminalität und der rebellischen Kräfte in den USA sorgen um die Sicherheit seines Landes und bietet im Kampf für Recht und Ordnung seine Dienste an. Dafür will er den Titel eines Agenten der Drogenbehörde haben und vor allem mit einer Dienstmarke ausgestattet werden.

Die US-Regisseurin Liza Johnson (“Hateship Loveship”) hat aus dieser skurrilen Begegnung mit “Elvis & Nixon” nun eine ebenso skurrile Komödie gedreht. Dabei zupft sie augenzwinkernd am Image der beiden Ikonen des 20. Jahrhunderts, ohne den einen noch den anderen der Lächerlichkeit preiszugeben. Elvis und Nixon sind jenseits der Bilder, die man sich von ihnen in der Öffentlichkeit macht und die bis heute Gültigkeit haben, auch nur Menschen aus Fleisch und Blut. Der eine ein vergötterter Rockstar, der im Showgeschäft sich selbst zu verlieren droht. Der andere, der mächtigste Mann der Welt, will am liebsten in Ruhe gelassen werden - und wenn seine Tochter anruft, ist er besser beraten, ihr jeden Wunsch zu erfüllen.

Was wollte Elvis wirklich?

“Elvis & Nixon” mag auf Tatsachen beruhen, dennoch ist die Handlung gespickt mit fiktiven Elementen und ist der Film - wie jedes andere Biopic auch - zu großen Teilen Interpretation. Die große Prämisse des Films, die Begegnung im Oval Office, hinterfragt Johnson nicht. Sie interessiert auch nicht die Frage: Warum war Elvis wirklich so versessen nach der Dienstmarke? War der King wirklich der Patriot, der sich um sein Land sorgte, die Hippi- und Jugendkultur argwöhnisch beobachtete und die Beatles hasste?

Wohl kaum. Tatsächlich ließ sich Elvis bei seinem skurrilen Anliegen wohl weniger von der Sorge um sein Land leiten. Vielmehr mochte er auf die Privilegien gehofft haben, die er durch den Besitz einer Agentenmarke erwartete. Das zumindest deutet Priscilla Presley in ihren 1985 erschienenen Memoiren “Elvis und ich” an. Sie muss es wissen, sie war mit Elvis von 1967 bis 1973 verheiratet. ‘Der Ausweis eines Drogenfahnders repräsentierte für ihn so etwas wie ultimative Macht’, erinnert sie sich in dem Buch. Mit der Marke glaubte er, 'legal in jedes Land der Welt einreisen zu können und soviele Waffen und Drogen zu besitzen, wie er wollte’.

Der King am Ziel seiner Träume

Für diese Theorie spricht auch, dass Elvis nicht nur ein echter Waffennarr war und ein Vermögen für Waffen ausgab. Er verfügte auch schon über so manche Polizeimarke, etwa einen Sheriffstern von Memphis. Was auch immer ihn damals geritten haben mag, Fakt ist, dass er die Plakette tatsächlich erhält. Nachdem er Nixon im Oval Office darauf anspricht, wendet sich der Präsident an seinen Berater Egil Krogh und fragt: 'Können wir ihm eine Marke besorgen? Krogh bejaht und Nixon ordnet an, sich darum zu kümmern. Der überglückliche Elvis verliert die Fassung und fällt dem Präsidenten um den Hals. Wenig später ist er stolzer Besitzer eines Agenten-Ausweises.

Kinostart von “Elvis & Nixon”: 8. Dezember 2016

(Bilder: Universum Film)