Eltern sind empört: Eine Puppe namens „Vierauge“ sorgt für Shitstorm

Diese Puppe macht in Australien gerade sehr viele Eltern wütend. (Bild: Carters News)

In Australien wird aktuell eine Puppe mit Brille in den Spielzeugläden verkauft, auf deren Verpackung der Name „Vierauge“ prangt. Das sorgt bei vielen Eltern für Fassungslosigkeit.

Die umstrittene Puppe eines US-Herstellers stammt ausgerechnet aus der sogenannten „Positively Perfect“-Kollektion und wurde über das Kaufhaus Target gerade in ganz Australien eingeführt. Auf der Verpackung des Spielzeugs steht „4 Eyes, High Five“ („Vier Augen, High Five“).

Während die Firma selbst behauptet, dass Mädchen dazu ermutigt werden sollen, zu ihren einzigartigen Eigenschaften zu stehen, sehen viele Eltern in dem Namen des Spielzeugs eine eindeutige, gegensätzliche Botschaft. In den sozialen Netzwerken machen sie ihrem Ärger Luft und fordern die Supermarktkette Target sogar dazu auf, die Puppe vom Markt zu nehmen. Die Namensgebung sorge nämlich dafür, dass Spitznamen, die Kinder auf besondere Eigenschaften reduzieren, verherrlicht und normalisiert werden. Dies sei geradezu Mobbing-fördernd – also genau das, was der Spielzeughersteller angeblich vermeiden will.

Eine der wütenden Mütter ist Carly Duncan, Psychologiestudentin aus Newcastle. Im Interview mit „Daily Mail“ sagte sie: „Ich bin entsetzt über die große Anzahl an Mitarbeitern, die dafür verantwortlich ist, dass es das aufs Regal geschafft hat: von den Designern über die Sales-Mitarbeiter bis hin zu den Regaleinräumern.“ Carly ist selbst Mutter eine Tochter, die aufgrund ihres Handicaps Erfahrungen mit Mobbing machen musste: „Sie trägt ein Hörgerät und wurde von einem unwissenden und bösen Jungen an einer früheren Schule als ‘Vierohr‘ bezeichnet.“ Demnach sei auch der Name „Vierauge“ in keinerlei positivem Zusammenhang zu sehen.

Die umstrittene US-Puppe, versehen mit dem Namen „Vierauge“ (engl. Four Eyes), kann man gerade in jedem Target-Supermarkt in Australien kaufen. (Bild: Carters News)

Eine andere empörte Mutter ist Sales-Mitarbeiterin Sara Sutton aus Victoria in Australien. Auch sie sei erschüttert gewesen, als sie die Verpackung sah, die alte Wunden aus ihrer Vergangenheit aufriss. Im Interview mit „Daily Mail“ erzählt die 36-Jährige: „Ich liebte den Namen ‘Positively Perfect‘, doch dann sah ich den Satz auf der Verpackung und war geschockt. Ich trage selbst eine Brille und wurde als Kind ‚Vierauge’ genannt. Es ist unnötig und abwertend.“

Target teilte der “Daily Mail” mit, man würde den Fall überprüfen und behauptet: „Als wir diese Puppe ins Sortiment aufnahmen, war es niemals unsere Absicht, zu verspotten oder uns einen Spaß zu machen, sondern kleinen Kindern beizubringen, ihre Unterschiede zu akzeptieren und stolz auf sich selbst zu sein. Wir nehmen die Rückmeldungen ernst und arbeiten gemeinsam mit dem Lieferanten an der Überprüfung der Formulierungen auf der Verpackung.“