Elon Musk, Jeff Bezos und andere Multimilliardäre haben in diesem Jahr einen Vermögensverlust von fast 400 Milliarden Dollar erlitten

Der Sturz der Techaktien, die hohe Inflation und die Zinserhöhungen haben die Vermögenswerte der reichsten Amerikaner geschlagen.

Dieses Jahr haben die acht reichsten Amerikaner 361 Milliarden Euro verloren. Zum Vergleich hat JPMorgan einen Börsenwert von 365 Milliarden Euro. (Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress)
Dieses Jahr haben die acht reichsten Amerikaner 361 Milliarden Euro verloren. Zum Vergleich hat JPMorgan einen Börsenwert von 365 Milliarden Euro. (Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress)

Im vergangenen Jahr ist das Vermögen der acht reichsten Amerikaner um 400 Milliarden Dollar (375 Milliarden Euro) geschrumpft. Sie führen die Liste der reichsten Menschen der Welt an. Die Vermögensverluste sind dem Fall des Aktienmarkts geschuldet, der unter den Auswirkungen hoher Inflation, höheren Zinssätzen und der Angst vor einer Rezession leidet.

Elon Musk, der reichste Mensch der Welt und Chef des Elektroautoherstellers Tesla, hat Vermögenswertverluste im Wert von 140 Milliarden Dollar (131 Milliarden Euro) eingebüßt und zählt heute nur noch 130 Milliarden Dollar (121 Milliarden Euro), wie der Billionaires Index von "Bloomberg" zeigt.

Der Wechsel der Investoren von Techaktien ab hin zu sichereren Anlagen, sowie die Furcht, dass Musks Twitterübernahme eine zu große Ablenkung für den Tesla-CEO sein könnte, haben den Sturz der Tesla-Aktie begünstigt. Hinzu kommt die Angst davor, dass eine Rezession in den USA das Wachstum des Autobauers schwächen wird. Seit Jahresbeginn ist die Tesla-Aktie um 70 Prozent gefallen.

Jeff Bezos, der Amazon-Gründer, musste ebenfalls Vermögensverluste einbüßen, und zwar im Wert von 86 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro). Die Gründer von Alphabet, die Dachgesellschaft von Google, Larry Page und Sergey Brin haben zusammen 91 Milliarden Dollar (85 Milliarden Euro) verloren. Microsoft-Gründer Bill Gates hat 29 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) verloren und der ehemalige Microsoft-Geschäftsführer Steve Ballmer 21 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro).

Larry Ellison, Oracle-Gründer und Tesla-Investor, hat ebenfalls eine 17 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Euro) Verlust eingebüßt. Warren Buffetts Vermögen wiederum ist nur um drei Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) geschrumpft.

Neben den acht US-Amerikanern besetzen Bernard Arnault von LVMH, Gautam Adani von der Adani Group und Mukesh Ambana von der Reliance Industries die höchsten elf Plätze auf dem Vermögensranking von Bloomberg.

Die schrumpfenden Vermögenswerte der Multimilliardäre spiegeln den diesjährigen Aktiensturz der Techunternehmen wider. Die Amazon-Aktie hat die Hälfte ihres Werts verloren, Alphabet 40 Prozent, Microsoft 29 Prozent und Oracle acht Prozent. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway, Buffets Holding-Gesellschaft, ist dieses Jahr tatsächlich gestiegen, andere Aktien des Multimilliardärs sind wiederum zurückgegangen. Buffet hat zudem Aktien im Wert von Milliarden gespendet.

Zusammengerechnet haben die acht reichsten Amerikaner im Jahr 2022 386 Milliarden Dollar (361 Milliarden Euro) verloren. Nur wenige US-amerikanische Unternehmen haben einen Börsenwert, der größer als der diesjährige Vermögensverlust dieser reichsten acht Amerikaner ist. Die Verluste übersteigen den Börsenwert von Tesla, 345 Milliarden Dollar (322 Milliarden Euro), und von Nvidia, 352 Milliarden Dollar (330 Milliarden Euro). Das drittgrößte börsennotierte Unternehmen, JPMorgan, hat einen Börsenwert von 390,7 Milliarden Dollar (365 Milliarden Euro).

Ein großer Teil der Vermögensverluste ist auf den Ausverkauf der Techaktien zurückzuführen, der den Nasdaq-Index um 35 Prozent seit Jahresbeginn gesenkt hat. Die Inflation, die seit 40 Jahren nicht mehr so hoch war, und die Zinserhöhungen der US-amerikanischen Notenbank von nahezu Null auf vier Prozent haben den Kursverlust nur weiterhin befeuert.

Erwähnenswert ist es, dass der Aktienwert von Techunternehmen zum großen Teil von potenziellen künftigen Kapitalflüssen abhängt. Solche Aktien werden für Investoren weniger attraktiv, wenn Preise in die Höhe schießen, sicherere Geldanlagen größere Rendite versprechen und eine Rezession in der Zukunft die Nachfrage drosseln wird und Wachstum verlangsamt.

Dieser Artikel wurde von Amin Al Magrebi aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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