Was Elon Musk, Bill Gates und zwölf andere Wirtschaftslenker über KI-Tools wie Chat GPT denken

Business Insider zählt die Prognosen von 14 Wirtschaftsbossen zur künstlichen Intelligenz auf. - Copyright: Susan Walsh/AP; Mike Cohen/Getty Images for The New York Times
Business Insider zählt die Prognosen von 14 Wirtschaftsbossen zur künstlichen Intelligenz auf. - Copyright: Susan Walsh/AP; Mike Cohen/Getty Images for The New York Times

Wie ein Sturm verbreiten sich die Nachrichten über Künstliche Intelligenz (KI) und das Potenzial der Tools, die darauf basieren – auch prominente Persönlichkeiten aus der Wirtschaft nehmen das wahr und beziehen Stellung.

Seit der Markteinführung von Chat GPT im vergangenen November wird der Chatbot für alles Mögliche eingesetzt. Das KI-Tool halbiert Arbeitszeiten, schreibt Kündigungen und bringt Robotern bei, wie sie Limonade holen und Mittagsessen warm machen.

Die Lenker der Wirtschaft reagieren allerdings auf das neueste KI-Produkt unterschiedlich. So findet Bill Gates auf der einen Seite, dass Tools wie Chat GPT durch Effizienzerhöhung den Arbeitern mehr Zeit verschaffen, während Elon Musk auf anderen Seite die Meinung vertritt, dass Künstliche Intelligenz "eines der größten Risiken für die Zukunft der Zivilisation" darstelle.

Von Begeisterung bis hin zu Weltuntergang – hier sind die Gedanken von 14 einflussreichen Wirtschaftspersönlichkeiten über künstliche Intelligenz.


Bill Gates – US-Wirtschaftsmagnat und Mitbegründer von Microsoft

Bill Gates glaubt, dass KI das Potenzial habe, die Welt zu verändern. - Copyright: Taylor Hill/Getty Images
Bill Gates glaubt, dass KI das Potenzial habe, die Welt zu verändern. - Copyright: Taylor Hill/Getty Images

Bill Gates glaubt, dass Künstliche Intelligenz die Macht habe, die Welt zu verändern.

Der Mitgründer von Microsoft soll lauf "Forbes" gesagt haben, KI sei "genauso wichtig wie der PC oder das Internet". In einem Podcast gibt Gates zu, dass KI das "größte Thema in diesem Jahrzehnt" werden könne. Er habe nicht erwartet, dass sich die Technologie im letzten Jahr so schnell entwickele.

Gates sei "begeistert" von Chat GPT und finde den Chatbot "ziemlich fantastisch", da er Menschen mit begrenztem Zugang zu Ressourcen Mathematik lehren und medizinische Ratschläge geben könne, zitiert ihn "Forbes". Er sagte weiter, er benutze Chat GPT hauptsächlich "für ernsthafte Angelegenheiten", aber auch "für Spaß", wie das Schreiben von Gedichten beispielsweise.

Gates sei es bewusst, dass Chat GPT "wirklich unvollkommen" sei. Er habe gesehen, wie der Chatbot mathematische Fragen "völlig falsch" beantworte.

In Bezug auf Arbeitsplätze sagte Gates im Interview mit dem "Handelsblatt", dass KI "unsere Welt verändern" könne, denn sie mache unsere Arbeit effizienter.

Carlos Link-Arad
Carlos Link-Arad

Auf die Frage, was er von dem Wettlauf um den besten KI-Chatbot halte, sagt Gates, er sei "nicht sicher", dass es einen eindeutigen Gewinner geben werde. Er betrachte die KI-Integration in Suchmaschinen als einen "persönlichen Agenten", der das Verhalten seiner Nutzer studiert und versteht.

"In einem Jahrzehnt werden wir diese Unternehmen nicht mehr als getrennt betrachten, denn die KI wird uns so gut kennen, dass es beim Kauf von Geschenken oder bei der Planung von Reisen keine Rolle mehr spielt, ob Amazon den besten Preis hat oder ob jemand anderes einen besseren Preis anbietet – wir werden nicht mehr darüber nachdenken müssen", sagt Gates. "Es handelt sich also um eine ziemlich dramatische potenzielle Umstrukturierung der Techmärkte."


Andy Jassy – Geschäftsführer von Amazon

Andy Jassy sagt, er sei begeistert und wolle sehen, was KI anrichten könne. - Copyright: Mike Blake/Reuters
Andy Jassy sagt, er sei begeistert und wolle sehen, was KI anrichten könne. - Copyright: Mike Blake/Reuters

Amazon-CEO Andy Jassy sagt in einem Interview mit der "Financial Times", er sei angesichts des Aufstiegs von Tools wie Chat GPT gespannt darauf, "was mit generativer KI möglich ist".

Jassy sei jedoch der Auffassung, dass die jüngste Entwicklung der KI nichts Neues ist.

"Die meisten großen, hochtechnisierten Unternehmen wie unseres arbeiten schon seit langem an solchen sehr großen, generativen KI-Modellen", so Jassy.


Sundar Pichai – Geschäftsführer von Alphabet und Google

Für Sindar Pichai sei KI die "gründlichste Technologie", die Google gerade entwickelt. - Copyright: randon Wade/Reuters
Für Sindar Pichai sei KI die "gründlichste Technologie", die Google gerade entwickelt. - Copyright: randon Wade/Reuters

Sundar Pichai soll Investoren auf einer Telefonkonferenz gesagt haben, dass künstliche Intelligenz "die tiefgreifendste Technologie" sei, die sein Unternehmen entwickele.

Pichais Kommentar kommt, nachdem es berichtet wurde, dass Google als Reaktion auf Chat GPT einen "Code Red" ausgegeben hatte.

Google arbeitet an einem KI-gesteuerten Chatbot mit dem Namen Bard. Das Unternehmen stellte den Chatbot Anfang Februar zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Derzeit werde der Chatbot getestet und solle in den kommenden Wochen öffentlich werden, so das Unternehmen.


Satya Nadella – Geschäftsführer von Microsoft

Satya Nadella sagt, er sei vorsichtig optimistisch, was die Zukunft von KI angehe. - Copyright: Sean Gallup/Getty Images
Satya Nadella sagt, er sei vorsichtig optimistisch, was die Zukunft von KI angehe. - Copyright: Sean Gallup/Getty Images

Microsoft-CEO Satya Nadella sei vorsichtig optimistisch, was die Zukunft der KI angeht.

In einem Interview mit der US-amerikanischen Fernsehsendung "CBS Mornings" sagte Nadella, dass der Mensch "eindeutig und unzweifelhaft" die Kontrolle über leistungsstarke KI-Modelle haben müsse, um zu verhindern, dass sie außer Kontrolle geraten.

Sollte dies geschehen, so Nadella, könnte eine "außer Kontrolle geratene KI" ein "echtes Problem" darstellen. Man solle dem vorbeugen, indem man die Modelle zunächst sicherer und "erklärbarer" mache, damit die Menschen genau wüssten, wie die Technologie eingesetzt werden solle.

Microsoft unternimmt große Anstrengungen, um die KI-Kapazitäten des Unternehmens auszubauen. Anfang dieses Monats stellte das Unternehmen die neue Version ihrer Suchmaschine Bing vor, die mit einem Chatbot ausgestattet ist. Die neue Version steht derzeit nur einer begrenzten Zahl von Nutzern und Nutzerinnen zur Verfügung.

Nadella sagte in einem Interview mit dem US-amerikanischen Techportal "The Verge", er hoffe, dass "das neue Bing" Google herausfordere und den Konkurrenten dazu bringe, "zu zeigen, dass sie tanzen können".

"Ich möchte, dass die Leute wissen, dass wir sie zum Tanzen gebracht haben. Ich denke, das wird ein großartiger Tag", sagte Nadella.


Elon Musk – Geschäftsführer von Twitter und Mitgründer von OpenAI

Elon Musk sagt, künstliche Intelligenz sei "eins der größten Risiken für die Zukunft der Zivilisation". - Copyright: Gilbert Carrasquillo/GC Images
Elon Musk sagt, künstliche Intelligenz sei "eins der größten Risiken für die Zukunft der Zivilisation". - Copyright: Gilbert Carrasquillo/GC Images

Elon Musk ist einer der Gründer von OpenAI, dem Unternehmen hinter Chat GPT.

Der US-amerikanische Fernsehsender CNBC berichtete, dass Musk auf einer Konferenz die Sorge geäußert habe, dass KI "eines der größten Risiken für die Zukunft der Zivilisation" sei.

Auf die Frage nach Chat GPT sagte Musk, dass das Tool "sowohl positiv als auch negativ" sei. Es sei "vielversprechend", dennoch mit "großen Gefahren" verbunden. Die beeindruckenden Antworten des Chatbots zeigen, "wie fortgeschritten KI geworden ist", sagte er.

Aus diesem Grund hält Musk eine Regulierung der KI für notwendig, auch wenn sie "die KI ein wenig verlangsamen" könnte, was er für gut hält.

"Ich glaube, KI stellt tatsächlich ein größeres Risiko für die Gesellschaft dar als Autos, Flugzeuge oder Medizin", soll Musk auf dem World Government Summit in Dubai gesagt haben.

Musk wiederholte damit die Warnung vor der potenziellen Bedrohung durch KI.

Im Jahr 2020 deutete Musk an, dass das Googles DeepMind-Projekt die Weltherrschaft übernehmen könnte. Im Jahr 2018 sagte er, KI könne gefährlicher sein als Atomwaffen. Ein Jahr zuvor betonte Musk die Notwendigkeit einer Regulierung, da er behauptete, die Menschen wüssten nicht, wie sie auf eine Technologie reagieren sollten, die er als "ätherisch" bezeichnete, wie der Wissenschaftsblog "Futurism" berichtete.

Schon in 2015, als Musk zusammen mit dem heutigen CEO Sam Altman OpenAI gründete, sagte er damals, dass KI die "größte existenzielle Bedrohung" für die Menschheit sei.


Tim Cook – Geschäftsführer von Apple

Tim Cook sagt, künstliche Intelligenz sei ein "großer Schwerpunkt" bei Apple, der Potenzial habe, "das Leben zu bereichern". - Copyright: Jerod Harris/Getty Images Entertainment
Tim Cook sagt, künstliche Intelligenz sei ein "großer Schwerpunkt" bei Apple, der Potenzial habe, "das Leben zu bereichern". - Copyright: Jerod Harris/Getty Images Entertainment

Die KI-Revolution ist da – Tim Cook schaut zu.

Cook soll Investoren berichtet haben, dass KI ein "großer Schwerpunkt" bei Apple sei und dass es "unglaublich ist, wie KI das Leben der Nutzer bereichert."

Künstliche Intelligenz soll laut Cook ein Teil der Produktionslinie von Apple sein.

"Wir sehen enormes Potenzial in diesem Gebiet, das alles beeinflussen kann, was wir machen. Jedes Produkt und jede Leistung, die wir anbieten, wird davon betroffen sein."


Steve Wozniak – Mitgründer von Apple

Steve Wozniak sagt, ChatGPT sei "schon beeindruckend" und "hilfreich für Menschen", allerdings sollten Benutzer und Benutzerinnen vorsichtig sein. - Copyright: Sean Gallup/Getty Images
Steve Wozniak sagt, ChatGPT sei "schon beeindruckend" und "hilfreich für Menschen", allerdings sollten Benutzer und Benutzerinnen vorsichtig sein. - Copyright: Sean Gallup/Getty Images

Steve Wozniak bezeichnete den Chat GPT von OpenAI in einem Interview mit dem Sender CNBC als "ziemlich beeindruckend" und "nützlich für Menschen". Die Nutzer sollten allerdings vorsichtig sein, sagte er, da der Chatbot einige große Fehler machen könne.

"Das Problem ist, dass er gute Dinge für uns tut, aber er kann schreckliche Fehler machen, weil er nicht weiß, was Menschsein ist", sagte Wozniak im Gespräch mit CNBC.

In dem Interview verglich Wozniak die Bedenken im Zusammenhang mit KI mit den Befürchtungen im Zusammenhang mit der Technologie für selbstfahrende Autos, da KI den menschlichen Fahrer noch nicht ersetzen könne.

"Es ist, als ob man ein Auto fährt und man weiß, was andere Autos gerade tun könnten, weil man Menschen kennt", sagte Wozniak.


Warren Buffett – amerikanischer Wirtschaftsmagnat, Großinvestor und Philanthrop

Warren Buffett sagt, künstliche Intelligenz konnte die Gesellschaft schon lange vor ChatGPT transformieren. - Copyright: Alex Wong/Getty Images
Warren Buffett sagt, künstliche Intelligenz konnte die Gesellschaft schon lange vor ChatGPT transformieren. - Copyright: Alex Wong/Getty Images

Der Milliardär und Investor Warren Buffett warnte schon Jahre vor Chat GPT davor, dass KI-Tools die Gesellschaft verändern könnten. Im Jahr 2017 deutete der CEO von Berkshire Hathaway auf einer Jahresversammlung des Unternehmens an, dass die künstliche Intelligenz Arbeitsplätze ersetzen könnte, wie CNBC zuerst berichtete.

"Ich würde sicherlich denken, dass es in bestimmten Bereichen zu deutlich weniger Beschäftigung führen würde", sagte er. "Aber das ist gut für die Gesellschaft", sagte Buffet laut CNBC.

In einer idealen Welt, so Buffett, könnte die weit verbreitete Automatisierung die Zahl der Arbeitsstunden reduzieren, wodurch mehr Zeit für die Freizeit zur Verfügung stünde. Die Unternehmen könnten auch weniger Mitarbeiter einstellen, sagte er.

Trotz der potenziellen Vorteile der KI sagte Buffet, dass die Technologie "große Probleme mit sich bringen kann, was die Demokratie angeht und wie sie darauf reagiert."

Buffett wiederholte seine Sorgen in 2016. "Ich denke, der größte Wert wird kommen, wenn KI tatsächlich menschliche Arbeit ersetzt", sagte er 2016 in einem Interview mit CNBC.


Charlie Munger – amerikanischer Milliardär und Investor

Der legendäre Investor lässt sich von der jetzigen künstlichen Intelligenz nicht beeindrucken. - Copyright: AP Photo/Nati Harnik
Der legendäre Investor lässt sich von der jetzigen künstlichen Intelligenz nicht beeindrucken. - Copyright: AP Photo/Nati Harnik

Der aktuelle Stand von KI beeindruckt Munger nicht so sehr. "Künstliche Intelligenz ist sehr wichtig, aber es gibt auch einen verrückten Hype in diesem Thema", sagte Munger live auf CNBC.

"KI wird keinen Krebs heilen, sie wird nicht alles tun, was wir wollen. Es steckt auch eine Menge Unsinn darin", fuhr er fort. "Ich betrachte sie also als einen gemischten Segen."

Munger sagte, dass die KI für Aufgaben wie die Prüfung von Versicherungen eingesetzt werden könne, dass ihr aber Grenzen gesetzt seien. KI könne zum Beispiel beim Kauf eines Bürogebäudes nicht sehr hilfreich sein.


Kevin O'Leary – "Shark Tank"-Investor

Fernsehpersönlichkeit und Geschäftsmann Kevin O'Leary sagt, er benutze ChatGPT für Suchanfragen mehr als er Google benutze.  - Copyright: AP Photo/Nati Harnik
Fernsehpersönlichkeit und Geschäftsmann Kevin O'Leary sagt, er benutze ChatGPT für Suchanfragen mehr als er Google benutze. - Copyright: AP Photo/Nati Harnik

Der "Shark Tank"-Investor Kevin O'Leary erzählte Business Insider, er suche mehr über Chat GPT als über Google. O'Leary sagte, dass er vor Chat GPT Google jeden Tag benutzt habe. "Jetzt teile ich meine Suche auf 50 Prozent Google und 50 Prozent Chat GPT auf." Tatsächlich überlege er, sich möglicherweise an OpenAI zu beteiligen.

Der Investor der populären Investmentshow "Shark Tank" ziehe Chat GPT gegenüber Google vor, sei allerdings offen dafür, neue KI-Chatbots auszuprobieren, sobald sie auf den Markt kommen. Er wolle die neue Version von Bing ausprobieren, obwohl er Bing seit Jahren nicht mehr benutzt habe.

Jetzt, da Google seinen eigenen Chatbot Bard veröffentlichen möchte, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis Google seinen Einfluss auf das Internet verliere, so O'Leary. "Chat GPT ist sicherlich eine Bedrohung für Google und Google muss das wissen. Die KI-Suchkriege sind im Gange."


Gautam Adani – Geschäftsführer und ehemals reichster Mensch Asiens

Adani sagt, er sei nach ChatGPT "ein bisschen süchtig". - Copyright: Amit Dave/Reuters
Adani sagt, er sei nach ChatGPT "ein bisschen süchtig". - Copyright: Amit Dave/Reuters

Gautam Adana, der bis vor kurzer Zeit der reichste Mensch Asiens und der drittreichste Mensch der Welt war, gibt zu, Chat GPT zu viel zu nutzen. "Die Publikmachung von Chat GPT – ich muss zugeben, dass ich ein wenig süchtig danach bin – ist angesichts seiner erstaunlichen Fähigkeiten, aber auch seiner komischen Misserfolge ein entscheidender Moment in der Demokratisierung der KI", schreibt Adani in einem LinkedIn-Post.

"Es besteht kein Zweifel, dass generative KI massive Auswirkungen haben wird", fügte Adani hinzu, der für die Gründung des indischen Energie- und Logistikkonzerns Adani Group bekannt ist.

Der disruptive Charakter der generativen KI werde nur zunehmen, schreibt Adani. Und dass generative KI "das gleiche Potenzial und die gleichen Gefahren" berge wie die Einführung von Chips, die "den Weg für Präzisions- und Lenkwaffen in der modernen Kriegsführung geebnet haben".

"Der Wettlauf ist bereits im Gange, denn China hat die USA bei der Anzahl der meistzitierten wissenschaftlichen Arbeiten über KI überholt", so Adani.


John Carmack – Videospielpionier und ehemaliger Manager bei Meta

Ehemaliger Meta-Manager John Carmack sagt, KI könnte innerhalb eines Jahrzehnts denken und handeln. - Copyright: GABRIELLE LURIE/Getty Images
Ehemaliger Meta-Manager John Carmack sagt, KI könnte innerhalb eines Jahrzehnts denken und handeln. - Copyright: GABRIELLE LURIE/Getty Images

Der ehemalige Meta-Manager John Carmack sagte in einem Interview mit "Dallas Innovates", dass KI in nur einem Jahrzehnt in der Lage sein könnte, wie ein Mensch zu handeln und zu denken.

Der Virtual-Reality-Visionär sagte, dass die allgemeine KI "der große Messingring" sei, der sich bis zu den 2030er Jahren zu einer Billion-Dollar-Industrie entwickeln werde. Die allgemeine künstliche Intelligenz beschreibt die KI-Fähigkeit, komplexe Aufgaben auszuführen, die derzeit nur von Menschen erledigt werden können.

Im Gegenzug werde die allgemeine KI einen positiven Einfluss auf die Welt haben, sagt Carmack. "Mit unseren acht Milliarden Menschen ist die Welt ein viel besserer Ort, als sie es mit 50 Millionen Menschen war", sagte Carmack, "Daher bin ich zuversichtlich, dass der Fortschritt der Menschheit durch die Aufnahme von künstlichen Wesen in unsere Gemeinschaft außerordentlich beschleunigt wird."

KI könne derzeit noch keine menschlichen Funktionen wie das Bewusstsein nachbilden, aber mit Tools wie Chat GPT mache die Welt Fortschritte in Richtung dieses Ziels.

"Menschliche Gehirne beiseite, wir haben noch nicht einmal Dinge, die wie eine Maus oder eine Katze agieren können", sagt Carmack, "aber ich habe das Gefühl, dass wir uns in Schlagdistanz zu sowas befinden."


Eric Schmidt – ehemaliger Geschäftsführer von Google

Der ehemalige Google-Geschäftsführer glaubt, KI könnte Kriegsführung in dem Maße ändern wie bereits die Erfindung von Atomwaffen. - Copyright: REUTERS/Beck Diefenbach
Der ehemalige Google-Geschäftsführer glaubt, KI könnte Kriegsführung in dem Maße ändern wie bereits die Erfindung von Atomwaffen. - Copyright: REUTERS/Beck Diefenbach

Der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt sagte, dass KI einen ebenso großen Einfluss auf die Kriegsführung haben könnte wie Atomwaffen. "Einstein schrieb in den 1930er Jahren einen Brief an Roosevelt, in dem er sagte, dass es diese neue Technologie – Atomwaffen – gibt, die den Krieg verändern könnte, was sie auch tat", sagt Schmidt in einem Interview mit "Wired". "Ich würde behaupten, dass KI-gestützte Autonomie und dezentralisierte Systeme genau diese Macht innehaben."

Schmidt, der ein Gründungsmitglied des Defense Innovation Board der US-amerikanischen Regierung ist, versucht, das Pentagon dazu zu bringen, KI-Tools auf dem Schlachtfeld einzusetzen. Der Fortschritt sei langsam, urteilt er.

In einem Meinungsartikel in der "New York Times" aus dem Jahr 2020 schrieb Schmidt, dass die US-Regierung "wieder ernsthaft ins Spiel kommen muss", damit das Land den technologischen Wettlauf mit China gewinnen könne. KI solle eine Priorität sein.


Vint Cerf – Vater des Internets

Vint Cerf, der Vater des Internets, will, dass Investoren ethische Fragen rund um KI mitberücksichtigen. - Copyright: Getty/Stephen Lovekin
Vint Cerf, der Vater des Internets, will, dass Investoren ethische Fragen rund um KI mitberücksichtigen. - Copyright: Getty/Stephen Lovekin

Vint Cerf – weithin bekannt als einer der Väter des Internets – sagt, dass Investoren, die Geld in KI-Tools stecken, dem Hype um Tools wie Chat GPT auf den Leim gingen.

KI-Chatbots haben "ein ethisches Problem", von dem er hofft, dass die Investoren es berücksichtigen, sagte Cerf auf einer Konferenz. "Jeder spricht über Chat GPT oder Googles Version davon und wir wissen, dass es nicht immer so funktioniert, wie wir es gerne hätten", berichtet "CNBC" nach Cerf. Investoren sollten über den Einsatz von KI "nachdenken".

"Wenn ihr denkt, 'Mensch, ich kann das den Investoren verkaufen, weil es ein heißes Thema ist und jeder wird mir Geld hinterherwerfen', dann tut das nicht", sagte Cerf.

"Seid nachdenklich", so Cerf. "Wir können nicht immer vorhersagen, was mit diesen Technologien gemacht wird. Um ehrlich zu sein, der Großteil des Problems sind die Menschen – deshalb haben wir Menschen uns in den letzten 400 Jahren nicht verändert, geschweige denn in den letzten 4000 Jahren."

Dieser Artikel wurde von Amin Al Magrebi aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.