Elfer-Held Batz schreibt Geschichte - und entschuldigt sich

SPORT1

Die Freude kannte um 21.19 Uhr kein Halten mehr. 

Als Daniel Batz den insgesamt 21. Elfmeter an diesem denkwürdigen Abend in Völklingen um den linken Pfosten lenkte, sprang der Torhüter des 1. FC Saarbrücken sofort auf und rannte in Richtung der eigenen Fans. 

Seine Teamkollegen hatten Mühe, den 29-Jährigen einzufangen. Am Ende begruben ihn die Sensations-Kicker aus dem Saarland unter sich, während die Anhänger auf den Rängen nach dem geglückten und völlig verrückten Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals bereits von Berlin träumten.

"Es ist absolut surreal, das war unfassbar", schilderte Batz seine Gefühlslage: "Wenn mein Finger nicht so wehtun würde, dann würde ich sagen, dass ich in einer Traumwelt lebe."

Daniel Batz: Der Elfmeter-Killer des 1. FC Saarbrücken

Daniel Batz von Saarbruecken (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Denn der entscheidende Elfmeter von Fortuna Düsseldorfs Verteidiger Mathias Jörgensen war nicht der einzige, den Batz an diesem geschichtsträchtigen Abend entschärfen konnte. Insgesamt parierte Batz gleich fünf Elfmeter.

Bereits in der regulären Spielzeit fischte er einen Strafstoß von Fortunas Stürmer Rouwen Hennings aus dem unteren Eck.

Im Elfmeterschießen gegen Kevin Stöger, der beim Stand von 3:3 die Möglichkeit hatte, Düsseldorf ins Halbfinale zu schießen, behielt Batz ebenfalls die Oberhand.

Batz sorgt für doppelten historischen Erfolg

Anschließend entschärfte Batz, der in seiner Karriere ein Bundesligaspiel vorzuweisen hat (in der Saison 2011/12 am letzten Spieltag beim 0:4 mit dem SC Freiburg gegen Borussia Dortmund) noch zwei weitere Elfmeter und sorgte so für zwei historische Ereignisse.

Denn als erster Regionalligist überhaupt löste der 1. FC Saarbrücken das Halbfinal-Ticket. Und: Vier Elfmeter in einem Elfmeterschießen hielt in der Pokal-Historie bislang noch nie ein Torhüter.   

"Es ist ein großer Moment für das ganze Saarland. Da gehen einem die Superlative aus", sagte Batz, der sich anschließend mit einem Augenzwinkern für das Weiterkommen entschuldigte: "Tut mir leid, dass wir jetzt wegen mir noch ein Halbfinale spielen müssen."

Batz kann auch feiern

Der Pokal-Wettbewerb ist für den Regionalligisten nämlich lediglich Zubrot. An erster Stelle steht der Aufstieg in die 3. Liga. 

In der Regionalliga sieht es aktuell aber auch sehr gut aus. Nach 22 Spieltagen grüßt das Team von Trainer Lukas Kwasniok mit 55 Punkten von der Tabellenspitze. Der erste Verfolger vom SV Elversberg hat sechs Punkte Rückstand. 

Coach Kwasniok versprach, dass man nach dem Pokal-Drama so viel trinken werde, "dass wir nicht wissen werden, wie der Tag morgen heißt." 

Der Unterstützung seines Torwarts darf er sich dabei sicher sein. Bereits nach dem Achtelfinal-Erfolg über den Karlsruher SC, wo Batz ebenfalls zum Elfmeter-Killer wurde und von den SPORT1-Usern zum Pokalhelden gewählt wurde, verriet der Keeper, dass man den Viertelfinal-Einzug bis um 5 Uhr gefeiert habe.