Elfenbeinküste: 155 Migranten zurückgekehrt

Insgesamt 155 ivorische Migranten sind aus Libyen in die Hauptstadt der Elfenbeinküste Abidjan zurückgekehrt. Dies geschah nur wenige Tage nach einem Fernsehbericht über den Sklavenhandel mit Migranten in Libyen.

Wie die Internationale Organisation für Migration berichtet, werden junge afrikanische Männer immer wieder auf ihrem Weg nach Europa von Schleppernetzwerken gefangengenommen und als Arbeiter in Libyen verkauft. Dort werden viele Migranten verhaftet, gefoltert und sogar getötet.

Einer der Rückkehrer berichtet von jugendlichen bewaffneten Libyern, die Migranten entführen und für 100 oder 200 Dinar verkaufen.

Die Rückführung wurde von der Internationalen Organisation für Migration organisiert, die in diesem Jahr bereits für mindestens 1000 Menschen eine Rückkehr aus verschiedenen Ländern in die Elfenbeinküste durchgeführt hat.

Der Leiter der Organisation “Ivorians Living Abroad”, Issiaka Konate, erklärt, was in Libyen passiere, sei ein offenes Geheimnis. Seine Organisation habe in ihren Kampagnen immer wieder versucht, die Menschen in der Elfenbeinküste dafür zu sensibilisieren, indem die Misshandlung von Migranten und insbesondere von Frauen thematisiert wurde. Es sei höchste Zeit, einzusehen, dass es bei einer ungeregelten Migration nicht nur um die Todesfälle, sondern auch um andere Tragödien gehe.

Nach der Veröffentlichung des Fernsehberichts kam es am Wochenende zu Protesten vor den libyschen Botschaften in Paris und in Hauptstädten einiger afrikanischer Länder wie Mali und Guinea.

Die Demonstranten werfen der französischen Regierung vor, keine Stellung zu beziehen.