Elf Tote bei nächtlichem Feuer in japanischem Senioren-Wohnheim

Brand in Sapporo

Durch ein nächtliches Feuer in einer japanischen Unterkunft für ältere Menschen in finanziellen Schwierigkeiten sind elf Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Sapporo auf der Insel Hokkaido am Donnerstag mitteilte, wurden fünf weitere Bewohner leicht verletzt, drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Zur Klärung der Brandursache wurden Ermittlungen eingeleitet.

Ein Polizeisprecher sagte, bei den Todesopfern handele es sich um acht Männer und drei Frauen, die in dem Haus gewohnt hätten. Die übrigen fünf Bewohner seien mit leichten Verletzungen davon gekommen. Das Feuer war dem Sprecher zufolge kurz vor Mitternacht (Ortszeit) ausgebrochen.

Fernsehbilder zeigten das in Flammen stehende dreistöckige Gebäude, während dutzende Feuerwehrleute versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Eine 67-jährige Anwohnerin sagte der japanischen Nachrichtenagentur Jiji, für den Betrieb der Ölöfen seien in dem Haus viele Ölbehälter gelagert worden. Daher habe sie während des Brandes mehrere "kleine Explosionen" gehört. "Zum Glück waren die einzigen Schäden an unserem Haus Risse in den Fensterscheiben", fügte die Nachbarin hinzu.

Bei dem Brand stürzte offenbar das Hausdach ein, wie auf nach Abschluss der Löscharbeiten gemachten Fotos zu sehen war. Das Wohnheim wurde von einer örtlichen Organisation betrieben, wie der öffentliche Rundfunksender NHK berichtete. Diese unterstütze ältere Menschen mit finanziellen Probleme, indem sie preisgünstige Wohnungen anbiete und bei der Arbeitssuche helfe. Örtlichen Medien zufolge war nachts üblicherweise kein Personal in der Unterkunft anwesend.

Der Brand vom Donnerstag weckte Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall in Sapporo im Jahr 2010. Damals waren sieben Bewohner eines Senioren-Pflegeheims im Feuer ums Leben gekommen. Es soll sich um Demenzkranke gehandelt haben.