Elf Tote bei Gefechten zwischen Indien und Pakistan in Kaschmir-Region

·Lesedauer: 1 Min.
Eine Brücke führt über die Kontrolllinie in Kaschmir
Eine Brücke führt über die Kontrolllinie in Kaschmir

Bei neuen Gefechten zwischen Indien und Pakistan in der Region Kaschmir sind mindestens elf Menschen getötet und Dutzende weitere verwundet worden. Beide Nuklearmächte teilten am Freitag mit, es sei bei mindestens fünf separaten Zusammenstößen zu Schusswechseln und Artilleriefeuer gekommen. Die Vorfälle ereigneten sich demnach entlang der 740 Kilometer langen Kontrolllinie, die seit mehr als 70 Jahren die De-facto-Staatsgrenze zwischen Pakistan und Indien in Kaschmir ist.

Nach Angaben von Bewohnern waren die Kämpfe am Freitagmorgen (Ortszeit) ausgebrochen und dauerten Freitagabend noch an. In einer Mitteilung der indischen Armee hieß es, Pakistan habe Mörser eingesetzt und gezielt zivile Gebiete attackiert. Hunderte Dorfbewohner hätten entlang der Waffenstillstandslinie ihre Häuser verlassen müssen. Drei Soldaten und drei Zivilisten seien getötet worden.

Pakistanische Behörden sprachen von dutzenden Häusern, die durch indischen Beschuss Feuer fingen. Ein Minister im pakistanischen Teil Kaschmirs teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, fünf Menschen seien getötet und 31 weitere verwundet worden. Beide Nuklearmächte warfen der jeweils anderen Seite vor, "nicht provozierte" Angriffe begonnen zu haben.

In der Region kommt es regelmäßig zu Gefechten. Erst zu Beginn der Woche waren sechs Menschen bei Kämpfen entlang der Kontrolllinie getötet worden.

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Region wird aber bis heute sowohl von Indien als auch von Pakistan vollständig beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.

sip/bfi