Elf Tote bei Gefangenenaufstand in Venezuela

Bei einem Häftlingsaufstand im Venezuela sind am Donnerstag nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens elf Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Die Gefangenenhilfsorganisation Una Ventana a la Libertad (Ein Fenster zur Freiheit) teilte am Freitag mit, der Aufstand habe sich im Gefängnis der nördlichen Stadt Iribarren ereignet. Demnach nahm eine aufständische Gruppe einem Wachmann die Waffe weg, wonach es zu einer Schießerei kam. Bei zwei der Toten handele es sich um Wachleute, die übrigen seien Gefangene.

Erst Ende März hatte es auf der Polizeiwache in Valencia im Norden des südamerikanischen Landes eine Gefangenenmeuterei gegeben. Häftlinge versuchten, aus ihren überfüllten Arrestzellen auszubrechen und steckten mehrere Matratzen in Brand. 68 Menschen verbrannten oder erstickten im dichten Rauch. Im Zusammenhang mit dem Vorfall wurden im April fünf Polizeibeamte festgenommen.

Die Gefängnisse in Venezuela sind völlig überfüllt, es gibt immer wieder gewaltsame Aufstände. Wegen der Überbelegung werden Häftlinge zunehmend in den Arrestzellen von Polizeiwachen untergebracht. Dort dürfen sie laut Gesetz eigentlich nicht länger als 48 Stunden bleiben, diese Regel wird jedoch vielfach nicht eingehalten.

Laut Una Ventana a la Libertad sind in den Arrestzellen häufig fünf Mal so viele Menschen eingesperrt wie zugelassen. Allein im vergangenen Jahr starben demnach 65 der dort untergebrachten Häftlinge durch Gewalt, Unterernährung oder an Tuberkulose.