Elektrohandwerk fürchtet Schieflage wegen Lieferengpässen

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts sich zuspitzender Lieferengpässe wächst im Elektrohandwerk die Sorge vor Kurzarbeit und Einnahmeausfällen. Die Materialknappheit könne dazu führen, dass sich Aufträge stark verzögerten oder abgesagt werden müssten, warnte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) am Mittwoch in Frankfurt. Die damit verbundenen Preissteigerungen im Einkauf könnten obendrein nicht direkt an die Kunden weitergegeben werden, weswegen trotz voller Auftragsbücher eine wirtschaftliche Schieflage drohe.

Knapp seien derzeit fast alle Kunststoffe und Isolierstoffe für Kabel, erläuterte eine ZVEH-Sprecherin. Grund sei ein Lieferstopp des Hauptlieferanten aus den USA, weil dort die Wirtschaft wieder hochgefahren werde. Auch bei Kupfer, Stahl und Computerchips gebe es Probleme. Verteilerdosen und Schalter seien ebenfalls knapp. Überall dort, wo der Bau betroffen sei, habe das auch direkte Auswirkungen auf Verbraucher: Bei Neubauprojekten oder Renovierungen verschöben sich die Zeitpläne teils erheblich.

Der ZVEH vertritt rund 50 000 Unternehmen aus der Elektro- und Informationstechnik und dem Elektromaschinenbau. Die Branche mit fast 516 000 Beschäftigten erzielt rund 68 Milliarden Euro Jahresumsatz. Bislang kam sie glimpflich durch die Corona-Krise und musste keine größeren Umsatzeinbußen hinnehmen.