Elektroautos im Vergleich: Ein Youtuber macht einen 1.600-Kilometer-Roadtrip mit verschiedenen EVs — Tesla hat einen riesigen Vorteil

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Eine Frau steigt an einer Ladestation in Los Angeles in ihren Tesla ein.
Eine Frau steigt an einer Ladestation in Los Angeles in ihren Tesla ein.

„Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wie viel länger es dauern würde, einen Roadtrip in einem Elektroauto anstatt mit einem kraftstoffbetriebenen Auto zu unternehmen? Und macht es einen Unterschied, welches Elektroauto ihr für den Roadtrip verwendet?“ Das sind die Fragen, mit denen der Tech-Youtuber Marques Brownlee eines seiner neusten Youtube-Videos einleitet.

Doch anstatt nur auf rein hypothetischer Ebene diese Fragen zu stellen, wollte er es genau wissen. Er machte den Test: ein 1.600 Kilometer langer Roadtrip mit mehreren Autos. Alle fahren die gleiche Strecke. Der Test sollte zeigen, wie viel Zeit das Aufladen eines Elektroautos bei einer langen Reise kostet, wie gut die Ladestationen vernetzt sind, und ob es einen deutlichen Unterschied zu Benzinautos gibt.

Marques Brownlee und sein Team mieteten drei Fahrzeuge für eine zweitägige Tour durch den Bundesstaat New York: einen benzinbetriebenen Audi Q5, ein Tesla Model S Plaid und einen Mustang Mach-E, den Elektro-SUV von Ford. Sie starteten alle vom gleichen Punkt aus mit vollem Tank oder voller Batterie. Ziel war es, zu vergleichen, wie lange die einzelnen Fahrzeuge für die ausgewählte Strecke brauchen.

Wie erwartet, schnitt der Audi mit einer Fahrtzeit von 18 Stunden und 39 Minuten am besten ab. Mit einer vollen Tankfüllung schafft der Benziner mit nur einer Tankfüllung eine deutlich weitere Strecke als die beiden Elektroautos. Zwar kam der Audi auch nicht die gesamte Strecke mit einer Tankfüllung aus, aber dafür dauerte das Tanken nur wenige Minuten. Überraschenderweise brauchte der Tesla nur etwa eineinhalb Stunden länger als der Audi, während der Ford Mach-E erst sechseinhalb Stunden nach dem Audi am Ziel angelangt war.

Warum der große Unterschied zwischen dem Tesla und dem Ford?

Mit dem großen Unterschied der beiden E-Autos hätte niemand gerechnet. Doch es gibt einen wesentlichen Vorteil von Tesla, der dem Auto diesen großen Zeitvorsprung verschafft hat: die Infrastruktur der Ladestationen. Das Unternehmen hat Jahre damit verbracht, ein riesiges, gut vernetztes firmeneigenes Ladenetzwerk aufzubauen, das neben den regulären Ladestationen mehr als 1.100 extra-schnelle Supercharger-Stationen in den USA umfasst.

Dennoch war es nicht allein die Quantität der öffentlichen Ladestationen, die den Mach-E-Fahrerinnen und Fahrern zum Verhängnis wurde. Es war auch ihre Qualität. Denn: Sie hatten weniger Probleme damit, Ladestationen zu finden. Die Herausforderung bestand darin, funktionsfähige zu finden. Der Youtuber berichtet in seinem Video davon, dass das Navigationssystem von Ford die Fahrerinnen und Fahrer des Mach-E am ersten Tag zweimal zu Ladestationen geleitet hat, die defekt oder wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb waren. Infolgedessen musste das Team Umwege fahren, um andere Stationen aufzusuchen. Das kostete dem Team Ford zusätzliche Stunden.

Das Unternehmen ermutigt seine Besitzerinnen und Besitzer, Fahrten rund um das Ladenetz „FordPass“ zu planen. Es ist ein Sammelsurium von allen Ladestationen des eigenen Konzerns aber auch von anderen Unternehmen, das über die Ford-App aufgerufen und bezahlt werden kann.

Die FordPass-App und das Netzwerk zielen darauf ab, das Auffinden von Ladestationen und das Anschließen an die Steckdose unabhängig des Autoherstellers nahtloser zu gestalten. Doch offensichtlich gibt es auch Nachteile, wenn man sich für das Aufladen auf externe Anbieter verlässt. Der Youtuber vermutete, dass es eine gewisse Verzögerung zwischen dem Funktionsstopp und der Informationsübermittlung an das System und die mobile App von Ford gibt.

Für einen Kommentar war das Unternehmen auf Anfrage von Business Insider bislang nicht erreichbar. Möglicherweise kann Tesla seinen Besitzerinnen und Besitzern bessere und aktuellere Informationen darüber geben, wo Steckdosen tatsächlich verfügbar sind, da das Unternehmen seine eigenen Ladestationen besitzt, betreibt und unterhält, vermutete Brownlee.

Am zweiten Tag verzichtete das Test-Team von Brownlee, das den Ford gefahren ist, auf den FordPass und entschied sich stattdessen, andere Apps und öffentliche Ladestationen zu verwenden. Damit verlief der Rest der Reise sehr viel reibungsloser. Die zweite Etappe konnte der Ford-E zeitlich knapp hinter dem Tesla beenden. Die anfänglichen Ladeprobleme überwunden, war der Ford-E also nicht wesentlich schlechter als der Tesla.

Zum Schluss seines Videos erwähnte Brownlee noch einen entscheidenden Vorteil, den der Mach-E gegenüber dem Model S Plaid hatte: Das System im Ford ermöglichte es den Fahrern, viel besser einzuschätzen, wie viele Kilometer das Auto zu einem bestimmten Zeitpunkt noch fahren konnte. Während die Batterie des Teslas in der Regel schneller leer war als angegeben – etwas, was Tesla-Besitzerinnen und Besitzer bereits seit Jahren bemängeln.

Seht euch Marques Brownlees vollständiges Video über die Testfahrt hier an:

https://www.youtube.com/watch?v=vXzuFprlyrw

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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