Eklat vor den Wahlen: MDR verheimlicht Zuschauern linke Politikerin

Eklat vor den Wahlen: MDR verheimlicht Zuschauern linke Politikerin

Skandal in der deutschen TV-Landschaft: In der MDR-Sendung "Umschau" ging es am 22. August eigentlich um die Mietentwicklung in Leipzig. Was damals keiner ahnte – im Beitrag agiert die Linken-Politikerin Franziska Riekewald, und das unter falschen Namen!

Knapp fünf Wochen vor der Bundestagswahl strahlte das MDR eine Sendung zum verschärften Wohnungsmarkt in Leipzig aus. In einer Fallstudie beklagte eine junge Mutter die wachsende Wohnungsnot in Leipzig. Anja Riekewald suche mit ihrem Ehemann und den gemeinsamen zwei Kindern schon seit vier Jahren eine größere Wohnung, hieß es. Laut MDR gehört die Familie zu den Normalverdienern und lebe aktuell auf 90 m²,  die reichen aber nicht mehr aus.

"Wenn wir jetzt so eine Vierraumwohnung nehmen, es ist ja nicht so, dass es keine gibt, dann sind die von Quadratmetergrößen immer relativ groß und damit ist natürlich die Miete relativ hoch, weil, zehn Euro kalt, also das ist das, was wir uns nun wirklich nicht leisten können. Wir müssten im Prinzip auf den Urlaub verzichten, und dazu sind wir wirklich nicht bereit", klagte die 36-Jährige ihr Leid.

So weit, so gut. Jetzt kommt heraus: Die Dame heißt eigentlich Franziska Riekewald, ist Stadträtin der Partei Die Linke und kandidiert aktuell für den Bundestag. Dabei punktet sie mit den sozialen Themen wie Miete und Nitrifizierung. Ging es hier etwa um verdeckten Wahlkampf? Über ihr politisches Engagement wurde in dem Beitrag keine Silbe verloren.

Aufgedeckt wurde das ganze vom Autor des Blogs "Scheidende Geister" als der in einem Beitrag fragte: "Lässt der MDR eine Politikerin der Partei Die Linke unter falschem Namen über Mieten im Osten jammern?"

Und was sagt Franziska Riekewald dazu: "Der MDR ist an unseren Stadtvorsitzenden herangetreten. Niemand hatte kurzfristig Zeit oder wollte seine Wohnung zeigen. Da habe ich mich bereit erklärt, weil wir wirklich seit vier Jahren eine größere Wohnung im Viertel suchen. Den MDR habe ich gefragt, ob es nicht ein Problem ist, dass ich Direktkandidatin bin? Da sagte man mir: Die Problemlage sei doch trotzdem vorhanden", heißt es im "Bild"-Interview. Der falsche Vorname Anja sei ein Fehler gewesen, inzwischen wurde dies korrigiert. Laut "Bild" bedauerte der MDR die Ausstrahlung. Die Ursache sei noch unklar, man arbeite an einer "ausführlichen Aufklärung".