Eklat des Tages: Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim)

SID
Eklat des Tages: Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim)

Julian Nagelsmann eilte nach dem Abpfiff auf die Tribüne, sprang im Hürdenläufer-Stil über die Sitzreihen und brachte mit einer Umarmung alles wieder ins Lot. "Es war eine dumme und dämliche Aktion, die mir nicht passieren darf und die mir nicht mehr passieren wird", kommentierte der Trainer von 1899 Hoffenheim seinen Plastikflaschen-Wurf während des 1:3 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach: "Ich habe mich entschuldigt, es tut mir leid."
Da war sie also wieder - die Souveränität, die Nagelsmann zu einem besonderen Coach in der Bundesliga macht. Der "Trainer des Jahres" gab ohne lange Umschweife seinen Fehler zu, leistete Abbitte und sprach das Thema von sich aus an. Seine Authentizität verliert Nagelsmann eben nicht einmal nach Niederlagen - auch wenn er nach eigener Aussage ein ganz schlechter Verlierer ist.
Dieser schlechte Verlierer wollte nach dem Gegentor zum zwischenzeitlichen Ausgleich (61.) die Flasche in Richtung seiner Trainerbank werfen - was in den vergangenen Wochen fast schon ein Frust-Ritual war. Diesmal blieb die Flasche aber an seinem Pullover-Ärmel hängen und schnellte auf die Tribüne. Dort traf sie einen TSG-Anhänger seitlich am Kopf. "Ich hätte auch einen Gladbach-Fan umarmt - auch wenn da die Gefahr für mich größer gewesen wäre", sagte der 30-Jährige mit einem Augenzwinkern.