Eiszeit = Kaufzeit - Investmentchancen in Russland (Teil 2)

Thomas Bergmann
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Eiszeit = Kaufzeit - Investmentchancen in Russland (Teil 4)

US-Präsident Donald Trump und Russlands Machthaber Wladimir Putin waren einmal freundschaftlich verbunden. Doch das war einmal. Seit den neuen US-Sanktionen von Anfang April gegen Kreml-nahe Oligarchen und deren Firmen herrscht Eiszeit. Erinnerungen an den Kalten Krieg werden wach und verunsichern die Anleger.

Die Strafmaßnahmen der US-Regierung, die Russland der Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 bezichtigt, lösten an der Moskauer Börse ein kleines Erdbeben aus. Der RTSI Index verlor in der Spitze knapp 16 Prozent. Noch schlimmer traf es den Aluminiumhersteller Rusal des Milliardärs Oleg Deripaska, der ebenfalls auf der schwarzen Liste der USA steht. Die Aktie büßte zeitweise 56 Prozent ein und damit knapp vier Milliarden Euro an Börsenwert.

In der Zwischenzeit haben sich die Kurse an der russischen Börse aber wieder teilweise erholen können. Offensichtlich haben einige Investoren die Ausverkaufskurse zum Einstieg genutzt, zumal die russische Regierung angekündigt hatte, den betroffenen Firmen zur Seite zu stehen. Mittlerweile gibt es auch erste versöhnliche Töne aus Washington: Die Kunden von Rusal bekommen mehr Zeit, ihre Beziehungen zur weltweit zweitgrößten Aluminiumhütte zu lösen und sich nach einem anderen Lieferanten umzusehen.

Politische Börsen ...

haben kurze Beine", heißt es. Im Fall Russland ist das momentan schwer vorstellbar, doch es bleibt abzuwarten, ob die USA und ihre Verbündeten ihre knallharte Linie durchziehen. Angesichts der extrem günstigen Bewertung vieler russischer Aktien – das durchschnittliche KGV im RTSI Index liegt bei 7,5 – ist eine weitere Erholung der Aktienkurse durchaus möglich. DER AKTIONÄR präsentierte deshalb in Ausgabe 18/2018 eine Reihe von Produkten auf den RDX sowie russische Einzelwerte, die über ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis verfügen. Dabei sind aber auch Produkte, die sich für den äußerst risikofreudigen Anleger eignen.

Gazprom: Günstiger Riese

Der Gas- und Öl-Riese Gazprom litt zunächst ebenfalls unter den neuen US-Sanktionen. Doch auch hier ging es zuletzt wieder nach oben. Vor allem zwei Gründe sprechen für weiter steigende Kurse: die Entwicklung des Ölpreises und die attraktive Bewertung. In den vergangenen Monaten hat sich der Ölpreis glänzend gemacht. Ein neues 3-Jahres-Hoch bei Brent-Öl wurde zuletzt erreicht. Zudem könnten die Konflikte im Nahen Osten und die mögliche Aufkündigung des Iran-Deals durch US-Präsident Donald Trump den Preis weiter treiben.

Russische Aktien sind aufgrund der politischen Risiken grundsätzlich moderat bewertet. Bei Gazprom ist das Verhältnis aber extrem. Die Marktkapitalisierung ist auf 55,8 Milliarden Dollar zusammengeschrumpft – und das bei einem Eigenkapital von zuletzt 205 Milliarden Dollar. Eine derart günstige Bewertung gibt es in der Regel nur bei insolvenzgefährdeten Firmen. Bei Gazprom droht hier keine Gefahr. 2018 dürfte der Nettogewinn um 15 Prozent auf knapp 14,5 Milliarden Dollar steigen. Das KGV liegt lediglich bei 4.

Eine gute Alternative zum Direktinvestment bietet das Capped Bonus-Zertifikat mit der WKN UV50AC (Empfehlungskurs: 3,87 Euro). Sollte der Kurs bis Dezember nicht unter die Barriere von 3,75 Dollar fallen, wird der Bonus von 5,75 Dollar ausgezahlt. Doch selbst wenn die Barriere berührt wird, ist das Kapital nicht weg. Als Rückzahlung gibt es dann den Aktienkurs zum Bewertungstag.