Eisschnelllauf: Pechstein rast zu Gold - Siebte Winterspiele so gut wie sicher

Claudia Pechstein kann für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang planen. Perfekt ist ihre Teilnahme an den Wettkämpfen in Südkorea zwar noch nicht, dies ist nach dem Weltcup-Sieg in Stavanger allerdings nur eine Formalität.

Claudia Pechstein kann für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang planen. Perfekt ist ihre Teilnahme an den Wettkämpfen in Südkorea zwar noch nicht, dies ist nach dem Weltcup-Sieg in Stavanger allerdings nur eine Formalität.

Nach dem Meilenstein auf dem Weg zu ihrer siebten Olympia-Teilnahme trieb es Claudia Pechstein in die Arme von Matthias Große. Durchströmt von Glückshormonen eilte die 45-Jährige am Ende des wahr gewordenen Wintermärchens quer durch die Sørmarka-Arena in Stavanger und fiel ihrem Lebensgefährten mit ihrem breitesten Lächeln in die Arme.

Der Weg nach Pyeongchang ist frei - die fünfmalige Olympiasiegerin kann nach dem überraschenden Weltcup-Sieg über 5000 m und der Erfüllung der nationalen Norm die Olympia-Planungen beginnen.

"Ich bin sehr, sehr stolz auf mich. Ich habe mir vorgenommen, unter sieben Minuten zu laufen. So eine Zeit ist Wahnsinn für mich", sagte Pechstein im ZDF: "Ich denke, dass ich im Plan bin. Jetzt heißt es gesund bleiben und die Form ausbauen."

"Das ist sensationell. Sie hat wieder gezeigt, was in ihr steckt", sagte DESG-Sportdirektor Robert Bartko dem SID: "Sie hat die Erfahrung, das Tempogefühl und eine super Kondition. Das war ein positives Zeichen in Richtung Olympia."

Die entgültige Entscheidung trifft der DOSB

Abschließend trifft die Entscheidung über die Nominierung der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Als mit Abstand beste deutsche Langstrecken-Läuferin ist Pechsteins Berufung in den Olympia-Kader allerdings lediglich eine Formsache. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sie zu den Olympischen Winterspielen fährt", erklärte Bartko vielsagend.

Das Lob hatte sich die Berlinerin redlich verdient. Pechstein brachte ein grandioses Rennen auf das Eis, in 6:56,60 Minuten stellte sie die deutlich jüngere Konkurrenz in den Schatten. Für die Normerfüllung auf der längsten Einzelstrecke bei den Frauen hätte bereits ein achter Platz genügt. Die Vorgabe übertraf sie spielend.

Pechstein, die bereits 1992 bei den Spielen in Albertville auf dem Eis gestanden und seinerzeit Bronze gewonnen hatte, deklassierte im direkten Duell ihre 23 Jahre jüngere Konkurrentin Isabelle Weidemann aus Kanada (7:00,82). Anschließend kamen auch Ivanie Blondin (Kanada/6:57,34) und Weltmeisterin Martina Sablikova (Tschechien/6:59,95) auf den Plätzen zwei und drei nicht an die Vize-Weltmeisterin aus Berlin heran.

Erster Weltcup-Sieg für Pechstein seit 2014

Zuletzt hatte Pechstein im November 2014 in Seoul einen Weltcup gewonnen. Insgesamt war es im Weltcup ihr 33. Triumph und der 113. Podestplatz. Die Winterspiele in Südkorea finden zwischen dem 9. und 25. Februar statt, am Rande der Wettkämpfe würde Pechstein ihren 46. Geburtstag (22. Februar) feiern.

Die Erfüllung der nationalen Norm ist ein entscheidendes Kriterium für das Startrecht bei Olympischen Spielen, gleichbedeutend mit der Qualifikation ist sie aber nicht. Die Startplätze - über 5000 m der Frauen sind zwölf zu vergeben - werden vom Weltverband ISU über ein Punkte- und Zeitranking an die nationalen Verbände verteilt, das erst nach dem vierten Weltcup in Salt Lake City/USA (8. bis 10. Dezember) final feststeht.

Ein Startplatz über das Zeitranking ist der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) dank Pechstein nun aber sicher, da die 5000 m nur in Stavanger auf dem Programm standen. Ins Punkteranking fließen auch die Ergebnisse aus den 3000-m-Läufen ein.

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