Eisschnelllauf: Olympia-Generalprobe: Pechstein ausgebremst, Ihle tankt Selbstvertrauen

Der Weg zu den Dopingkontrolleuren war Claudia Pechstein kurzzeitig versperrt. Nach der verhaltenen Olympia-Generalprobe beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt war die fünfmalige Olympiasiegerin zur Abgabe einer Probe ausgewählt worden, doch eine Schar kleiner Fans verzögerte die ungeliebte Pflicht. Minutenlang schrieb Pechstein Autogramme, als Selfie-Motiv war die 45-Jährige bei Dutzenden Kindern äußerst gefragt.

Der Weg zu den Dopingkontrolleuren war Claudia Pechstein kurzzeitig versperrt. Nach der verhaltenen Olympia-Generalprobe beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt war die fünfmalige Olympiasiegerin zur Abgabe einer Probe ausgewählt worden, doch eine Schar kleiner Fans verzögerte die ungeliebte Pflicht. Minutenlang schrieb Pechstein Autogramme, als Selfie-Motiv war die 45-Jährige bei Dutzenden Kindern äußerst gefragt.

Der mäßige elfte Platz auf ihrer Nebenstrecke 3000 m geriet für einen Moment in den Hintergrund. In 4:11,04 Minuten war Pechstein, die in knapp drei Wochen in Pyeongchang zum siebten Mal an Olympischen Winterspielen teilnehmen wird, sogar noch hinter der zehntplatzierten zweiten deutschen Starterin Roxanne Dufter (Inzell/4:10,68) gelandet.

Allzu hoch bewerten wollte Pechstein das Resultat angesichts einer Viruserkrankung aber nicht. "Das ist etwas anderes als eine kleine Erkältung. Eigentlich zieht sich das seit Weihnachten hin", sagte Pechstein: "Am Anfang waren die Runden gleichmäßig. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich noch nicht auf dem Level laufen kann, wie ich mir das vorgestellt habe."

Das Podium war für die 45 Jahre alte Berlinerin, die als potenzielle deutsche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier am 9. Februar gilt, außer Reichweite. Die Kanadierin Ivanie Blondin, die Pechstein im direkten Duell distanziert hatte, siegte in 4:04,86 Minuten vor Antoinette de Jong (Niederlande/4:05,45) und Martina Sablikova (Tschechien/4:05,91).

Pechstein plant in Südkorea vier Starts. Dabei fokussiert sie sich vorrangig auf die 5000 m. Über die längste Einzeldistanz sind die Chancen auf ihre zehnte olympische Medaille am größten.

Ihle bleibt ohne Podestplatzierung

Sprinter Nico Ihle zeigte im Verlauf des Wochenendes eine deutliche Leistungssteigerung und zählt in Südkorea auf den kurzen Strecken zum Favoritenkreis. Zwar blieb der Chemnitzer in Erfurt ohne Podestplatzierung, am Sonntag feierte er als Fünfter über 500 m (35,05 Sekunden) und Vierter über 1000 m (1:08,98) dennoch wichtige Erfolgserlebnisse.

"Vor heimischem Publikum wäre ich schon gerne auf dem Podium gewesen. Es sollte nicht sein, trotzdem war es für mich ein Schritt nach vorne", sagte Ihle: "Ich verbuche ganz andere Ergebnisse als vor den Winterspielen vor vier Jahren."

Über 1000 m siegte Weltmeister Kjeld Nuis (Niederlande/1:08,40), über 500 m war zuvor Havard Holmefjord Lorentzen (Norwegen/34,85) nicht zu schlagen gewesen. "Mit der Endzeit über 500 m kann ich zufrieden sein, auch wenn ich beim Angang hätte schneller sein können", sagte Ihle.

Beckert: "Die Platzierung war zweitrangig"

Auch Langstrecken-Hoffnung Patrick Beckert hatte sich nach dem Lauf auf seiner Heimbahn mit Blick auf die Winterspiele zuversichtlich gezeigt.

Am Samstag war der 27-Jährige über 5000 m in 6:19,53 Minuten auf den fünften Rang gelandet. Beckert konnte sich mit dem Ergebnis anfreunden. "Ich wollte einen technisch guten Lauf machen, die Platzierung war zweitrangig", sagte Beckert: "Mit der Zeit kann ich zufrieden sein."

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