Eisschnellauf: Teilerfolg für Pechstein, Rückschlag für Ihle

Claudia Pechstein jubelte über den ersten Teilerfolg auf dem Weg zu ihren siebten Olympischen Spielen, Nico Ihle musste dagegen nach dem Traumstart zum Auftakt einen herben Rückschlag verkraften.

Die deutschen Hoffnungsträger für die Winterspiele in Pyeongchang erlebten zum Abschluss des Eisschnelllauf-Weltcups im niederländischen Heerenveen ein Wechselbad der Gefühle.

Die Jubelfaust im Ziel zeigte Pechstein, die über 3000 m in 4:07,63 Minuten als Zehnte die halbe Olympia-Norm erfüllte und zugleich das verbandsinterne Generationenduell mit der zwanzig Jahre jüngeren Roxanne Dufter (Inzell/4:12,10) klar für sich entschied.

Die nationale Ausnahmestellung der 45 Jahre alten, selbsternannten "Eislauf-Oma" wurde am Sonntag mehr als deutlich: Auch die in der B-Gruppe gestarteten Stepahnie Beckert (Erfurt/4:12,59) sowie Weltcup-Debütantin Michelle Uhrig (Berlin/4:17,82) ließ Pechstein locker hinter sich.

Ihr Rückstand zur Weltspitze war allerdings groß, den Tagessieg holte sich die Niederländerin Antoinette de Jong (4:03,53) vor Natalia Woronina aus Russland (4:04,00) und der Kanadierin Ivanie Blondin (4:04,16).

Am Samstag hatte Pechstein im Massenstart, der im Februar 2018 in Pyeongchang erstmals zum Programm Olympischer Winterspiele gehört, Platz 14 erreicht. Die größeren Medaillenchancen besitzt Pechstein aber ohnehin über 5000 m, die am kommenden Wochenende in Stavanger/Norwegen auf dem Programm stehen.

Rückschlag für Ihle

Ein böses Erwachen erlebte derweil Sprinter Nico Ihle. Der Chemnitzer, der am Freitag noch Zweiter über 500 m (34,78) geworden war und damit die Olympia-Norm über die Kurzstrecke erfüllt hatte, zählte durch die Disqualifikation über 1000 m am Sonntag zu den großen Verlierern.

"Ich bin in der zweiten Kurve vor dem letzten Klotz auf die Gerade gekommen. Das ist nicht zugelassen. Ich wusste sofort, dass ich disqualifiziert würde. Ich bin dann das Rennen zu Ende gelaufen", sagte Ihle.

Der 31-Jährige muss wegen seines Fehlers beim nächsten Weltcup in der schwächeren B-Gruppe starten - im Kampf um ein Olympia-Ticket für die lange Sprintstrecke ist dies ein großer Nachteil.

Bester Deutscher war Joel Dufter aus Inzell, der in 1:09,36 Minuten auf Platz zwölf lief und damit die halbe Olympia-Norm erfüllte.

Dies gelang auch den Langstrecken-Spezialisten Moritz Geisreiter (Inzell) und Patrick Beckert (Erfurt). Über 5000 m belegte Geisreiter in 6:18,72 Minuten den neunten Rang vor Beckert, der in 6:18,95 Minuten Zehnter wurde. Für die direkte Olympia-Norm hätte das Duo einen Platz unter den besten Acht erzielen müssen.

Diesen verpassten beide denkbar knapp: Vom Neuseeländer Peter Michael (6:18,67) trennten Geisreiter und Beckert und Sekundenbruchteile. Größer war der Abstand zu Tagessieger Sven Kramer. Der niederländische Weltmeister siegte in 6:12,88 Minuten vor Ted-Jan Bloemen (Kanada/6:14,95) und Sverre Lunde Pedersen (6:15,81).

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