"In die Scheiße gegriffen": Eisenbichler mit Anzugpanne

SID
·Lesedauer: 3 Min.

Markus Eisenbichler erlebte einen Nachmittag zum Vergessen inklusive Anzugpanne - Karl Geiger dagegen strahlte nach seiner starken WM-Generalprobe in Transsylvanien über das ganze Gesicht.

"Das ist Balsam für die Seele", sagte der zuletzt so formschwache Skisprung-Vizeweltmeister über seinen dritten Platz im rumänischen Rasnov. (NEWS: Alles zum Skispringen)

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Während Kumpel Eisenbichler im letzten Einzel vor der Heim-WM in Oberstdorf nach einem kuriosen Wettkampf disqualifiziert wurde, reist zumindest Geiger mit einem guten Gefühl zu den am Mittwoch beginnenden Titelkämpfen vor der eigenen Haustür.

"Es ist gut zu wissen, dass man vorne mit dabei ist, wenn man ordentliche Sprünge zeigt", sagte Geiger, der zuvor sechsmal in Folge die Top Ten verpasst hatte. (SERVICE: Der Stand im Gesamt-Weltcup)

Skispringen: Geiger kann es doch noch

In Abwesenheit der Topstars aus Österreich und Slowenien lag Geiger zunächst auf Rang vier, dann aber wurde auch der schon als Gewinner gefeierte Norweger Halvor Egner Granerud disqualifiziert.

Der Sieg im einzigen Kleinschanzen-Springen des Winters ging in einer engen Entscheidung somit an den Japaner Ryoyu Kobayashi (257,9 Punkte) vor Tournee-Triumphator Kamil Stoch (Polen/256,3) und Geiger (255,7).

Eine Woche zuvor waren die DSV-Adler in Zakopane noch ohne Top-Ten-Ergebnis geblieben, nun überzeugte auch Pius Paschke (Kiefersfelden) als Siebter. "Für uns war das ein sehr guter Tag. Karl kann ganz vorne mitspringen, wir können definitiv zufrieden sein", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. (Skispringen: das Springen in Rasnov zum Nachlesen im LIVETICKER)

Einmal mehr wurde Geiger seinem Ruf als "Kleinschanzen-Karle" gerecht, den er eigentlich mit dem Triumph bei der Skiflug-WM abgelegt hatte.

Anzugpanne: Eisenbichler bei WM-Generalprobe disqualifiziert

Nicht zufrieden durfte dagegen Eisenbichler sein, der nach seinem Malheur auf Rang 30 zurückgestuft wurde.

"Ich habe nach dem ersten Durchgang geschwitzt, und dann war der Anzug etwas zu groß. Leider konnte ich mich nicht mehr umziehen", sagte der zweimalige Saisonsieger, der ohne die Disqualifikation wohl um Rang zehn gelandet wäre.

"Ich konzentriere mich jetzt auf die WM. Da rege ich mich gar nicht auf, weil - in dem Alter bin ich nicht mehr", fügte der 29-Jährige an, dessen Anzug vom Kontrolleur als zu groß befunden worden war. "Aber ich bin nicht traurig, so etwas passiert eben", sagte "Eisei". Er habe "ein bissl in die Scheiße gegriffen".

Was als kleiner Trost blieb: Wenigstens war auch Granerud wegen seines Anzugs ausgeschlossen worden.

Constantin Schmid (Oberaudorf) empfahl sich derweil als Zwölfter für ein sechstes deutsches WM-Ticket, über das Horngacher noch entscheiden muss. Der bereits für die Titelkämpfe nominierte Severin Freund (Rastbüchl) landete auf Rang 14, Martin Hamann (Aue) verpasste als 34. dagegen den zweiten Durchgang.

Bundestrainer ignoriert Eisenbichler für Mixed-Springen

Letzter Wettkampf vor der WM ist am Samstag (ab 9.45 Uhr im LIVETICKER) ein Mixed, bei dem zwei Frauen und zwei Männer ein Team bilden.

Horngacher nominierte am Freitag Geiger und Paschke, Eisenbichler muss somit zuschauen.

Bei den Frauen hatte zuvor Anna Rupprecht an gleicher Stelle als 13. für das beste DSV-Ergebnis gesorgt.

Im Kampf um das fünfte deutsche WM-Ticket punktete Luisa Görlich mit Rang 18 gegenüber Selina Freitag, die sich mit dem 24. Platz begnügen musste. Olympiasiegerin Carina Vogt und die WM-Zweite Katharina Althaus waren nicht am Start, um daheim am WM-Schliff zu feilen.

Ihren 60. Weltcupsieg feierte die Japanerin Sara Takanashi.