Einwohnerklage: Grand Prix von Miami schon jetzt in Gefahr?

André Wiegold

Heiße Luft in Miami: Einige Einwohner haben sich gegen die Pläne für ein Formel-1-Rennen in der Innenstadt ausgesprochen. Laut dem 'Miami Herald' haben insgesamt elf Bewohner der Innenstadt einen Brief verfasst, indem die Aussetzung der Verhandlungen mit der Formel 1 und die Verbannung anderer Großveranstaltung aus dem Bayfront Park gefordert werden – wozu auch das Ultra Music Festival und das Rolling Loud Festival gehören.

Der Brief wurde vom Rechtsanwalt Sam Dubbin unterzeichnet, der die Lärmbelästigung als Hauptgrund für das Anliegen aufführt. Außerdem würden die Veranstaltungen bis mitten in die Nacht gehen, weshalb sich die Anwohner belästigt fühlen. Der Anwalt droht mit einer Klage, sollten die Verantwortlichen nicht handeln. Die Lärmbelästigung sei eine "Plage", schreibt Dubbin. Die Stadt habe die Aufgabe, die Anwohner vor so etwas zu beschützen.

In dem 18 Seiten langen Brief zeigt eine Studie die Lärmentwicklung rund um den Park. Demnach würde der Lärm bei den Bewohnern der Wohngebäude sogar zu Gehörschäden führen können. Comissioner Joe Carollo sagt: "Ich verstehe, dass die Bewohner sich gegen den Lärm wehren wollen." Für das Ultra Music Festival wurde eine Gebühr von zwei Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) verlangt. Carollo erklärt: "Wie gut wäre es, wenn wir zwei Millionen Dollar einnehmen und dann auf zwei Millionen Dollar verklagt werden?"

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Downtown-Comissioner Ken Russell versteht das Dilemma, in dem die Verantwortlichen stecken. Es müsse eine Balance geschaffen werden, damit die Anwohner Ruhe haben und der Park trotzdem gut besucht wird. "Ich verstehe die Bewohner", sagt er. "Die Fakten sind klar und das sind auch die Gesetze." Aufgrund des Rechtsstreits besteht bereits jetzt die Gefahr, dass das Formel-1-Rennen in der Innenstadt von Miami nicht stattfinden darf. Die Anwohner wollen keinerlei großen Events mehr im Park zulassen und fordern eine dementsprechende Entscheidung seitens der Stadt.