Wieder kein Derbysieg in Mainz: Frankfurt verpasst Sprung

Eintracht Frankfurt blieb auch im zehnten Auswärtsspiel in Mainz sieglos

Eintracht Frankfurt kann beim ungeliebten "kleinen" Nachbarn einfach nicht gewinnen.

Die Hessen kamen auch im zehnten Versuch im Rhein-Main-Derby der Bundesliga nicht über ein 1:1 (1:0) beim 1. FSV Mainz 05 hinaus. Das Team von Niko Kovac verpasste damit den vorübergehenden Sprung auf Platz vier.

"Wir müssen mit dem Punkt leben. Wir hatten zu wenig Ballbesitz und waren zu hektisch", erklärte Frankfurt-Coach Niko Kovac nach der Partie bei Eurosport.

Bell mit kuriosem Eigentor

Stefan Bell brachte die Gäste mit einem Eigentor in Führung (37.). Nach einem Ballverlust von Daniel Brosinski an der Torauslinie flankte Franfurts Marius Wolf in den Strafraum, wo Bell mit dem Oberschenkel den Ball ins eigene Tor lenkte - das 999. Eigentor der Bundesliga-Geschichte. "Wir müssen den Ball vorher  besser klären und sind dann in der Mitte ungeordnet. Am Ende war es wichtig, dass wir zurückgekommen sind", meinte Bell bei Eurosport nach der Partie.


Der eingewechselte Suat Serdar (71.) rettete die starke Heimbilanz der Mainzer gegen die Eintracht. (Tabelle der Bundesliga)

"Es hat mich gefreut, dass es zum Tor gereicht hat. Die Partie war nichts für die Zuschauer, sehr zweikampfbetont", erklärte Serdar nach der Partie.

Mainz startet besser

Vor 33.794 Zuschauern bestimmten die Gastgeber die Anfangsviertelstunde. Mit schnellen, direkten Pässen suchte der bislang heimstarke FSV den Weg Richtung Frankfurter Tor. Vor allem Daniel Brosinski und Pablo De Blasis auf der linken Seite stellten die Eintracht-Abwehr vor Probleme.(LIVETICKER zum Nachlesen)


"Wir haben uns vorgenommen offensiv zu attackieren. Haben das in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht. In der zweiten Hälfte wurden sie stärker. Es ist ein gerechtes Unentschieden", sagte Eintracht-Profi Marius Wolf bei Eurosport nach der Partie

Mit zunehmender Spieldauer war den Mainzer der Kräfteverschleiß unter der Woche im DFB-Pokal aber anzusehen. Im Gegensatz zu den souveränen Frankfurtern hatte der FSV gegen den Zweitliga-Zweiten Holstein Kiel 120 Minuten gebraucht, um das Achtelfinale zu erreichen (3:2). Die Eintracht hatte es beim Regionalligisten 1. FC Schweinfurt deutlich einfacher (4:0).


Die Gäste, die mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen im Gepäck die kurze Reise über die A60 angetreten hatten, wirkten vielleicht auch deshalb nach gut 20 Minuten präsenter und bekamen das Spiel besser in den Griff. Kapitän David Abraham setzte einen Kopfball nach einer Ecke über das Mainzer Tor (24.).(Alle Ergebnisse im Überblick)

Zentner feiert Bundesliga-Debüt

In dem stand erstmals Robin Zentner, der einen Tag vor seinem 23. Geburtstag sein Bundesliga-Debüt feierte. Stammtorwart Rene Adler hatte im Pokal eine schwere Muskelverletzung im hinteren rechten Oberschenkel erlitten. Der frühere Nationaltorhüter fällt drei Monate aus. Dafür wurde der zuletzt angeschlagene Innenverteidiger Abdou Diallo rechtzeitig fit.(Tabelle der Bundesliga)

Vor der Führung der Gäste, die neben den Langzeitverletzten auch auf den erkrankten Taleb Tawatha verzichten mussten, entwischte Wolf Brosinksi auf der rechten Seite. Vor Bell berührte zudem Zentner den Ball leicht und fälschte Wolfs Hereingabe damit zusätzlich ab.

Auch nach der Halbzeitpause spielten die Gäste zielstrebiger. Ante Rebic scheiterte früh an Zentner (48.). Im Anschluss wurde die Partie hitziger, Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel) musste des Öfteren eingreifen, um die Gemüter zu beruhigen.