Wer wird der neue Abraham der Eintracht?

Christopher Michel
·Lesedauer: 4 Min.

Der Umbruch bei Eintracht Frankfurt geht in die nächste Runde.

Nachdem im Sommer mit Gelson Fernandes, Marco Russ (beide Karriereende) und Jonathan de Guzman (Vertrag lief aus) drei Führungsspieler den Klub verließen, kommt mit David Abraham der nächste Routinier hinzu. Der Argentinier kehrt im Januar in die Heimat zurück.

Er verriet im kicker, dass er sich dort "auf meine Familie, insbesondere meinen Sohn" freue. Doch damit steht auch fest: Zehn Pflichtspiele stehen bis dahin noch auf dem Programm, danach geht der langjährige Kapitän von Bord.

Doch wer übernimmt die Binde des 34-Jährigen? SPORT1 nennt die Kandidaten, die Trainer Adi Hütter im Blick hat.

Makoto Hasebe

Wenn Abraham einmal aussetzen musste, dann übernahm Libero Makoto Hasebe das Kapitänsamt. Der Japaner ist der Musterprofi in Reihen der Hessen, er ist bei Mitspielern, Trainerteam und Umfeld hochanerkannt. Hasebe wäre somit die logische Wahl - wenn da nicht das Alter und die offene Zukunft wären.

Der Defensivspezialist wird im Januar 37 Jahre alt, ein Karriereende ist nicht ausgeschlossen. Selbst wenn Hasebe noch eine weitere Spielzeit dranhängt, wird er wohl Schritt für Schritt in die zweite Reihe rutschen. Kurzfristig gesehen könnte er für Abraham übernehmen, auf lange Sicht gesehen muss eine andere Lösung her.

Kevin Trapp

Kevin Trapp ist in der Teamhierarchie oben angesiedelt, der internationale erfahrene Schlussmann ist ein in der Kabine anerkannter Führungsspieler. Doch nach SPORT1-Informationen ist Hütter kein Freund davon, einen Torhüter zum Kapitän zu machen.

Der Österreicher präferiert einen Feldspieler, weil dieser näher am Geschehen ist und so besser einwirken kann. Trapp hat auch ohne Binde Ausstrahlung und Aura. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass er das Amt von Abraham übernimmt, doch Hütter wird höchstwahrscheinlich einen anderen Kandidaten wählen.

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Martin Hinteregger

Martin Hinteregger ist Publikumsliebling bei der Eintracht. Der Abwehrmann gibt auf dem Feld permanent alles, er ist laut Hütter in Bestform sogar ein Profi für einen Champions-League-Klub. Doch ist der 28-Jährige auch der perfekte Kapitän?

Hinteregger gilt als introvertierter Typ, der sich vollständig auf sein Handwerk konzentriert. Ob er die nötigen Eigenschaften für das Amt als Spielführer mitbringt, ist zumindest mit einem Fragezeichen behaftet. Hinteregger führt auf seine besondere Art und Weise - aber ob er der Mann ist, der für alle vorangeht und der "Kleister" für das Team ist? Die 1-A-Wahl ist er wohl nicht.

Filip Kostic

Filip Kostic ist in seiner dritten Saison bei Eintracht Frankfurt und im ganzen Team beliebt. Der ruhige Serbe geht auf dem Feld voran, er versteckt sich nicht und hat mit 53 Torvorlagen in 100 Pflichtspielen eine überragende Bilanz. Wie sehr der 28-Jährige fehlt, wurde während seiner Verletzungspause mehr als deutlich.

Die Kapitänsbinde für Kostic wäre ein Zeichen, es würde seine herausragende Bedeutung für den gesamten Klub unterstreichen. Andererseits gibt es immer wieder Gerüchte um seine Zukunft. Die Eintracht wird möglicherweise einen Akteur für viel Geld verkaufen müssen, ein Kostic-Abgang könnte wirtschaftliche Löcher stopfen.

Sebastian Rode

Der "Hesse-Bubb" aus Seeheim-Jugenheim wäre die Optimal-Lösung für die Frankfurter. Der 30-Jährige hat in der Heimat gebaut, nach den Stationen FC Bayern München und Borussia Dortmund will er nun bei der Eintracht bleiben. Wenn Abraham und Hasebe nicht dabei waren, dann übernahm er bereits die Binde.

Rode hat sich mit einem Fünf-Jahres-Vertrag klar zum Klub bekannt, schon jetzt äußert er sich auch nach Niederlagen und ordnet das Geschehen ein. Mit seiner smarten Art kommt er zudem in der Öffentlichkeit gut an, die gesammelten Erfahrungen auf nationaler und internationaler Ebene sind äußerst wertvoll.

Ein Neuzugang?

Findet die Eintracht im kommenden Sommer wieder einen Typ á la Kevin-Prince Boateng? Der Mittelfeldmann führte das Team auch ohne Binde zum Pokalsieg, er war der "Leader".

Shkodran Mustafi, dessen Zukunft bei Arsenal offen ist und der mit einer Rückkehr in die Bundesliga liebäugelt, wäre so ein Typ: Weltmeister, in Spanien, Italien und England gespielt, mit dann 29 Jahren noch im allerbesten Fußballeralter.

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Fazit

Hütter stehen einige Kandidaten für die Nachfolge von Abraham, der 2018 die Binde von "Fußballgott" Alex Meier übernahm, zur Verfügung. Vieles deutet aktuell auf den noch bis 2024 gebundenen Rode hin.

Der Mittelfeldspieler ist stets gesetzt, er kennt schwierige Situationen, geht voran. An Rode führt im fitten Zustand kein Weg vorbei. Es würde daher nicht überraschen, wenn die Frage nach dem neuen Abraham mit dem Namen Sebastian Rode beantwortet wird.