Eintracht-Geniestreich führt den BVB vor

Eintracht-Geniestreich führt den BVB vor
Eintracht-Geniestreich führt den BVB vor

Ansgar Knauff zählt in diesem Jahr zu den Shootingstars der Bundesliga.

Eintracht Frankfurt holte sich den U21-Nationalspieler für 18 Monate auf Leihbasis von Borussia Dortmund – und landete damit in der Winterpause einen echten Transfercoup.

Die rechte Seite wurde von Sportvorstand Markus Krösche als Dauerbaustelle ausgemacht, Trainer Oliver Glasner tauschte Timothy Chandler, Erik Durm, Danny da Costa und Almamy Touré in der Hinserie noch wild durcheinander.

Glasner kommt nicht mehr an Knauff vorbei

Knauff hingegen war seit seinem Startelf-Debüt gegen den FC Bayern München (0:1) gesetzt. Nach kurzer Eingewöhnungsphase liefert er seitdem konstant ab (acht Startelfeinsätze in der Bundesliga). In der Bundesliga traf der 20-Jährige einmal per Kopf gegen Hertha BSC (4:1), dazu führten zwei vorletzte Pässe zum Sieg gegen den VfL Bochum (2:1). (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Es waren zwei von drei Erfolgen in der Liga, Knauff war an ihnen maßgeblich beteiligt - und damit ein Schlüssel dafür, dass es in der nationalen Liga tabellarisch nicht ungemütlich wurde. Zum Saisonabschluss in der Liga bereitete er in Mainz noch die zwischenzeitliche Führung durch Rafael Borré traumhaft schön per Steckpass vor. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Noch wichtiger war der Offensivmann, der sich als Schienenspieler auch im Defensivverhalten peu à peu steigerte, in der Europa League. Traumtor gegen den FC Barcelona, Treffer und Vorlage in den Duellen gegen West Ham United.

Glasner kommt an Knauff, der in diesem Wettbewerb in sechs Partien keine (!) Minute verpasste, nicht mehr vorbei - und auch die Mannschaft vertraut ihm mehr und mehr. Führt das gegen die Glasgow Rangers gar zum Sieg und somit in die Champions League?

Eintracht mit Knauff variabler

Die Angriffe laufen jedenfalls häufiger über die rechte Seite, in Sevilla (38 %) oder Barcelona (46 %) übertrumpfte er gar Dampfhammer Filip Kostic. In den Zeiten vor Knauff war das Spiel der Eintracht oftmals sehr ausrechenbar. Kurzes Kombinationsspiel durch die Mitte und anschließend führte der Weg links raus auf Kostic.

Das Element Knauff tat der Eintracht in Sachen Variabilität gut, in den kommenden zwölf Monaten wird er sich noch am Main präsentieren können. Auf SPORT1-Nachfrage fühlt er sich bestätigt: „Ich bin sehr glücklich und dankbar dafür, dass ich das alles erleben darf. Ich habe die richtige Entscheidung getroffen und einen guten Schritt gemacht.“

Er fügte an: „Ich habe mich mit Dortmund, meinem Berater und meiner Familie zusammengesetzt und besprochen, wie es weitergehen soll. Im Vorfeld haben wir uns dann mit der Eintracht auseinandergesetzt und das Gespräch mit Oliver Glasner gesucht. Danach kamen wir zu dem Entschluss, dass es ein guter Schritt sein kann. Das war trotzdem keine leichte Entscheidung.“

Beim BVB feierte Knauff unter Terzic sein Bundesligadebüt

Beim BVB ist Knauff schließlich Profi geworden. Edin Terzic, heute Technischer Direktor und damals noch Trainer, hatte ihn in der Bundesliga debütieren lassen. Vorgänger Lucien Favre schickte Knauff erstmals gegen Zenit St. Petersburg in der Champions League auf den Platz.

Der Weg schien vorprogrammiert, spätestens nach je einem wichtigen Assist und Treffer. Diese Scorer brachten entscheidende Punkte ein, der BVB überholte die Eintracht im Schlussspurt und zog in die Königsklasse ein.

Der aktuelle Coach Marco Rose konnte mit Knauff allerdings nichts anfangen. Er entwickelte den Flügelspieler nicht weiter: Kein Startelfeinsatz, 132 Spielminuten verteilten sich über drei Wettbewerbe auf neun Partien. Zwischen den Stühlen in Dortmund, hin- und hergeschoben von erster in zweite Mannschaft und zurück - das war zu wenig für Knauffs Ansprüche.

Frankfurts Glücksgriff ist auch eine Vorführung des BVB

In Frankfurt zeigt er vor allem auf europäischer Bühne, warum der Geniestreich von Krösche und der Scoutingabteilung auch eine Vorführung für die Borussia ist. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Knauff hat sich mit seiner Art auf und neben dem Platz schnell in die Herzen der Eintracht-Fans gespielt. Das Dortmunder Umfeld schaut ebenfalls ganz genau hin, es lechzt wieder nach dem Durchbruch eines Talents aus dem eigenen Nachwuchs.

Das Potenzial von Knauff wurde dort allerdings nicht ausgeschöpft. Kein Platz im System? Oder wurden die Qualitäten nicht erkannt? Der Plan, den gebürtigen Göttinger, der mit 14 Jahren aus Hannover zum BVB kam, weiterzuentwickeln und auf die nächste Ebene zu bringen, wurde nicht umgesetzt. Stattdessen schlägt Knauff in Frankfurt voll ein und entpuppt sich als stärkster Wintertransfer eines Bundesligisten.

Natürlich bewiesen auch der VfL Wolfsburg mit Max Kruse und Jonas Wind, Bayer Leverkusen mit Sardar Azmoun oder der VfB Stuttgart mit Tiago Tomas ein gutes Händchen. Doch das Gesamtpaket Preis, Leistung, Identifikation und Wichtigkeit für den Verein verkörpert kaum ein anderer so wie Flitzer Ansgar Knauff.

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