Einsatzleitzentrale: Berliner Polizei kämpft mit Missbrauch der Notrufnummer 110

Mitarbeiter in der Einsatzleitzentrale der Polizei

Bei der Berliner Polizei haben im vergangenen Jahr nur etwa zwei Drittel aller Notrufe einen Einsatz ausgelöst. Nach Angaben eines Sprechers wurden 1,3 Millionen Anrufe in der Einsatzleitzentrale registriert, während die Beamten in rund 840 000 Fällen ausrückten. Darüber, wie viele Menschen die Sicherheitskräfte bewusst nur zum Spaß kontaktierten oder bloß falsch alarmierten, führe man keine Statistik.

Um gegen banale Wortmeldungen vorzugehen, hatte die Polizei im Herbst 2016 eine Woche lang beim Kurznachrichtendienst Twitter unberechtigte Notrufe dokumentiert. "Meine Schwiegertochter will an mein Erbe" zählte zu den beliebtesten Tweeds der Kampagne #NoNotruf. Oder: "Da ist ein Fuchs auf der Baustelle".

Schmaler Grat zwischen Missbrauch und Scherz

Ob es dadurch weniger Missbrauch gibt, können die Sicherheitskräfte nicht sagen. "Bei präventiven Maßnahmen ist es immer schwer, da weniger registrierte Notrufe auch andere Gründe haben können", sagte ein Sprecher. Auch wollte man mit der Kampagne zeigen, dass lange Wartezeiten nicht unbedingt auf schlecht-besetzte Einsatzleitzentralen hindeuten, sondern oftmals unnötige Anrufe die Leitungen blockieren. "Ich denke, das haben wir erreicht", bemerkte eine Mitarbeiterin des Social Media Teams der Polizei.

Ein absichtlicher "Scherz"-Anruf ist eine Straftat (Paragraf 145 StGB) und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden. Spaß-Tefonierern eine böswillige Absicht nachzuweisen, sei jedoch schwi...

Lesen Sie hier weiter!