Einkommensexplosion durch Dividenden: So gehts!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

In Deutschland können die meisten mit nur einem Gehalt relativ gut leben. Doch es kann auch gefährlich sein, sich nur auf eine Einkommensquelle zu verlassen. Denn sollte diese versiegen, weil der Arbeitgeber beispielsweise Konkurs anmelden musste, steht man womöglich nicht mehr ganz so komfortabel da.

Es wäre also definitiv von Vorteil, sich möglichst mehrere Kapitalströme zu erschaffen, die einem ein Einkommen generieren. Der klassische Weg wäre hier wohl, sich noch einen Nebenjob zu suchen oder auch sich nebenbei selbstständig zu machen. Doch beides erfordert in der Regel einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand.

Wesentlich entspannter könnte man sich fühlen, wenn man sich einen sogenannten passiven Geldstrom aufbaut. Denn hier fließt, wie der Name schon sagt, das Geld quasi von alleine aufs Konto. Doch auch dafür muss man natürlich vorher etwas tun. Sehr gut umsetzen lässt sich so etwas meiner Meinung nach mit Dividenden, die ja viele Aktiengesellschaften regelmäßig an ihre Anteilseigner zahlen.

Jetzt gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten, wie man an so eine Sache herangehen könnte. Schauen wir uns aber heute einfach einmal zwei Strategien an, die schon nach einigen Jahren dazu führen könnten, dass das Einkommen positiv beeinflusst wird.

Auf hohe Dividendenrenditen setzen

Am einfachsten kann man natürlich schnell spürbare Ergebnisse erzielen, wenn man auf Aktien setzt, die eine hohe Dividendenrendite bieten. Doch hier ist natürlich Vorsicht geboten und man sollte sich vor einem Investment unbedingt anschauen, warum die Ausschüttungsrendite derzeit so hoch ist. Denn dies kann ja durchaus verschiedene Gründe haben.

Ist zum Beispiel ein großer Kursrückgang dafür verantwortlich, dann sollte man recherchieren, ob dieser einer allgemeinen Marktschwäche geschuldet ist oder durch Probleme verursacht wurde, mit dem das entsprechende Unternehmen derzeit zu kämpfen hat. Denn die schönste Dividende nutzt einem nichts, wenn sie schon nächstes Jahr gekürzt oder gar ganz gestrichen werden muss.

Hat man dann aber in recht solide Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite investiert, sollte man auf jeden Fall die erhaltenen Ausschüttungen zum Kauf weiterer Aktien verwenden. Denn so macht man sich den Zinseszinseffekt zunutze, um immer schneller immer mehr Dividenden zu erhalten. Wer zum Beispiel 20.000 Euro in einen Aktienmix investiert hat, der eine durchschnittliche Dividendenrendite von 6 % abwirft, kann sich so nach einem Jahr schon über eine Ausschüttung von 1.200 Euro freuen, die er zusätzlich investieren kann.

Auf regelmäßige Steigerungen setzen

Eine zweite Möglichkeit wäre, sich auf die Dividendenaristokraten oder vergleichbare Firmen zu konzentrieren, die nicht nur fleißig eine Dividende zahlen, sondern die Ausschüttung auch noch in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr etwas anheben. Denn dadurch erhöht sich das Dividendeneinkommen, das man erzielt, nämlich von ganz alleine.

Kauft man sich beispielsweise Aktien eines Unternehmens mit einer aktuellen Dividendenrendite von 3 % und steigert dieser Konzern seine Ausschüttung jedes Jahr um durchschnittlich 10 %, dann bekommt man schon nach gut sieben Jahren eine doppelt so hohe Dividende als am Anfang der Investition. Würde es in diesem Tempo weitergehen, würde man nach circa 14 Jahren Haltedauer schon 300 % mehr an Ausschüttung erhalten, und auch die persönliche Dividendenrendite auf das eingesetzte Kapital wäre so auf stolze 12 % angestiegen.

Wenn man jetzt noch zusätzlich den Turbo einlegt und auch bei dieser Variante die erhaltenen Dividenden wieder reinvestiert, kann sich sicher jeder vorstellen, in welch ungeahnte Höhen hier der passive Geldstrom mit den Jahren ansteigen und zu einer wahren Einkommensexplosion führen könnte. Und genau dies dürfte meiner Meinung nach ja das Ziel eines jeden Einkommensinvestors sein.

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