Einkaufen: Eine italienische Markthalle kommt ins Belgische Viertel

Die Markthalle ist für alle, die es morgens nicht auf den Wochenmarkt schaffen.

Nahezu jede namhafte italienische Stadt hat eine, nun bekommt auch das gern als nördlichste Stadt Italiens gepriesene Köln eine Markthalle und zwar im Belgischen Viertel. Im Oktober werde sie eröffnet, versprechen die Betreiber Renate und Ulrich Engels.

Das Innenarchitekten-Paar wohnt seit 25 Jahren am Brüsseler Platz, kennt damit sowohl die Infrastruktur des Veedels als auch dessen Wandel. „Daher wissen wir, dass der Bedarf für eine Halle da ist", sagt Ulrich Engels  und verweist unter anderem auf eine aktuellen Studie des Kölner Rheingold-Instituts, aus der hervorgehe, welch wesentliche Rolle Emotionen und die jeweilige Befindlichkeit des Konsumenten beim Einkaufen hätten.

Gerade bei Lebensmitteln spiele Anfassen und Riechen ein große Rolle, betont der 56-Jährige. Und einen schönen, knackigen Salat werde man bei Amazon niemals fühlen können. Umso überzeugter seien seine Frau und er, dass ihr Konzept funktionieren werde. „Für die Menschen, die hier wohnen und arbeiten, ist das ein Stück Lebensqualität.“

„Verwaltung und Politik haben uns sehr unterstützt“

Ursprünglich wollten sie die in einem Hinterhof an der Maastrichter Straße gelegene Halle, die viele Jahre von einem Installationsgroßhandel genutzt wurde, „Marktlücke“ nennen. Da der Name nicht mehr zur Verfügung stand, entschlossen sie sich für die sachliche Bezeichnung „Markthalle Belgisches Viertel“. Dann würde sie auch nicht mit dem Großmarkt verwechselt“, stellen die beiden scherzhaft fest  und erzählen, dass sie sich mit dem Vorhaben einen lange gehegten Traum erfüllten, der jetzt dank der Fürsprache der Stadt realisiert werden könne. „Es wird viel über die Stadt gemeckert, aber Verwaltung und Politik haben uns sehr unterstützt. Normalerweise gibt es für solche Dinge hier einen Genehmigungsstopp, aber das ist durchgewunken worden.“

Engels haben einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Auf der insgesamt 400 Quadratmeter großen Fläche auf zwei Ebenen planen sie eine Kombination mit Gastronomie. „Es soll kein Meet&Eat werden, kein Streetfood, und auch kein Gourmettempel. Wir werden auch keine Burger oder Fritten anbieten, sondern gesunde schnelle Küche.“

Espressobar, Obst und Gemüse, Brot und Käse, Fisch und Fleisch

Im oberen Bereich  wird es direkt neben dem Eingang eine kleine Espressobar geben, ferner einen großen Obst- und Gemüsestand sowie einen Brot- und Käsestand und eine Metzgerei. „Lappen & Prengel“, die ein junger Mann betreiben werde, der neben seinem Metzgerhandwerk eine Ausbildung als Berufsjäger in der Eifel absolviert habe. Mark Junglas habe sein gesamtes Erspartes investiert und das gesamte Ruhrgebiet nach dem schönen alten Metzgerei-Schild abgeklappert, das bereits in der Halle steht. „Der hätte auch eine Metzgerei auf der Dürener Straße übernehmen können, aber der wollte in so eine Communitiy wie hier“, sagt Engels, der im übrigen „viele Händler ringsum gefragt“ habe, ob sie mitmachen wollten oder eine Idee hätten.

Im unteren Bereich planen die neuen Betreiber die Gastronomie namens „Amüse Göll“ sowie ein Wein- und Spirituosenangebot. Fisch gibt es auch.  „Das machen wir auf dem Hof“, sagt Engels und erläutert, dass zweimal die Woche ein Marktwagen kommen werde. Ebenfalls im Hof wird auch ein Stand mit Blumen und Balkonpflanzen sein.

Für Berufstätige und ältere Herrschaften gedacht

Den beiden Innenarchitekten kommt es wesentlich darauf an, „hier keinen Hipster-Laden entstehen zu lassen. Wir wollen, dass hier Normalität einkehrt und auch die älteren Herrschaften mit dem Rollator zu uns kommen.“ Deswegen würden auch noch ein Aufzug und behindertengerechte Toiletten eingebaut. „Es gibt wahninnig viele Berufstätige, die können morgens nicht auf den Wochenmarkt“, sagt Ulrich Engels.

Auf der anderen Seite müsse man in der Innenstadt nicht schon morgens um sieben aufmachen. Die neue Markthalle im Belgischen Viertel werden deshalb montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta