Ende des Pokers? Dembele-Deal auf der Zielgeraden

Johannes Fischer, Christoph Küppers
Hans Joachim Watzke traf sich in Monaco mit den Verantwortlichen des FC Barcelona

Seit Wochen bestimmt Ousmane Dembele die Schlagzeilen des Transfermarkts - am Donnerstag könnte nun der Kulminationspunkt des Tauziehens zwischen Dortmund und Barcelona erreicht worden sein.

Beide Parteien trafen sich am Rande der Champions-League-Auslosung in Monaco und versuchten das Chaos um die Ablösesumme für den streikenden Franzosen zu entwirren. 

Noch bevor die Lose gezogen wurden, ließ die französische Sportzeitung L'Equipe weißen Rauch aufsteigen. "Dembele wechselt zu Barcelona - dieses Mal wirklich!", stand dort zu lesen. 

"Eine Entscheidung naht"

Während andere Medien, vornehmlich aus Spanien, auf den Zug aufsprangen und den Deal als fix meldeten, wollte der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke davon erst einmal nichts wissen.


"Eine Entscheidung naht, aber es gibt noch keine. Wir sind nicht der Klub, der solche Dinge in die Öffentlichkeit trägt", erklärte Watzke bei Sky: "Es gibt kein fixes Agreement, alles andere werden wir sehen."

Und direkt an L'Equipe gerichtet: "Die haben schon in den letzten Wochen viel Blödsinn geschrieben. Ich kann es nicht bestätigen."

Zumindest zwischen den Zeilen von Watzkes Worten ist aber deutlich eine Annäherung vernehmbar. Inwieweit die Katalanen bereit sind, die von Dortmund geforderten 150 Millionen Euro sind zu zahlen, darüber lässt sich nur spekulieren. Laut Informationen der Bild soll der BVB 120 Millionen Euro fix bekommen, 30 Millionen Euro seien prämiengebunden.

Nur Neymar wäre teurer

Mit einer offizielle Einigung ist jedoch erst dann zu rechnen, wenn die börsennotierte Borussia mit einer Ad-hoc-Meldung an die Öffentlichkeit tritt.

Über den weiteren Zeitplan sagte Watzke: "Mit welchem Kader wir in die Saison gehen, das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, wahrscheinlich sogar noch vor dem 31. August. Wenn wir am Wochenende Klarheit hätten, wäre das schon ganz gut."

Sollte der Transfer in dreistelliger Millionenhöhe zustande kommen, würde Dembele nach Neymar zum zweitteuersten Transfer der Geschichte aufsteigen. Der Brasilianer war kürzlich für 222 Millionen Euro von Barca zu Paris Saint-Germain gewechselt, Dembele soll ihn in der Offensive der Katalanen ersetzen.

Um seinen Wechsel zu forcieren, war Dembele am 10. August ohne Ankündigung nicht mehr beim Training der Dortmunder erschienen.

Der BVB suspendierte den Shootingstar der vergangenen Saison daraufhin auf unbestimmte Zeit, er fehlte unter anderem in der 1. Runde des DFB-Pokals beim 4:0 gegen Sechstligist 1. FC Rielasingen-Arlen und beim 3:0 zum Bundesliga-Auftakt beim VfL Wolfsburg.