Evakuierungen wegen Hochwassers im niedersächsischen Wolfenbüttel

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Sandsäcke an der Oker in Wolfenbüttel

In Niedersachsen kämpfen die Menschen nach dem unwetterartigen Dauerregen der vergangenen Tage weiter gegen das Hochwasser. In der Stadt Wolfenbüttel brachten Hilfskräfte in der Nacht zu Freitag wegen steigender Pegelstände der Oker rund 50 Menschen vorsorglich in Sicherheit. Insgesamt blieb die Lage laut Behörden dort und anderswo aber stabil oder entspannte sich sogar.

In Wolfenbüttel räumten die Einsatzkräfte die untere Etage eines Pflegeheims und verlegten die Bewohner in ein Krankenhaus. Zudem brachten sie rund 30 Anwohner einer Straße in eine Notunterkunft. Grund war nach Angaben der Einsatzleitung allerdings keine akute Überflutungsgefahr. Vielmehr bestand die Sorge, Rettungs- und Pflegedienste könnten die teils betagten Bürger wegen der Hochwasserlage im Notfall nur schwer erreichen.

Insgesamt sei die Lage in Wolfenbüttel derzeit "stabil", sagte Bürgermeister Thomas Pink am Freitagvormittag. Feuerwehrleute hätten an drei neuralgischen Punkten im Stadtgebiet Gebäude mit Sandsäcken gesichert und würden Wasser abpumpen. Rund 170 Hilfskräfte waren am Freitag im Einsatz. Am Donnerstagabend hatte der Landkreis Wolfenbüttel wegen des Hochwassers den Katastrophenfall verhängt und die Koordination aller Fluteinsätze in der Gegend übernommen.

Unwetterartige Dauerregen hatten in den vergangenen Tagen Bäche und Flüsse in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt über die Ufer treten lassen. Betroffen waren insbesondere der Harz und das Harzvorland, derzeit bewegen sich die Flutwellen einige Flüsse hinab nach Norden. In mehreren Orten überschwemmte das Wasser Häuser und Straßen. In Goslar etwa gab es größere Sachschäden.

Aus Braunschweig meldeten Feuerwehr und Stadtverwaltung am Freitagmorgen stabile Pegel und eine Entspannung der Lage. Die Einsatzkräfte beobachten die Entwicklung, es lägen weiter mehrere tausend Sandsäcke bereit, hieß es. An einer Einsatzstelle hätten die Pumpen aber bereits wieder abgebaut werden können. Auch in Hildesheim südlich von Hannover erwarteten die Behörden für Freitag weiter sinkende Pegelstände.