Eingeständnis der Kolonialschuld: Belgisches Königspaar besucht Demokratische Republik Kongo

Bei seinem symbolträchtigen Besuch in der Demokratischen Republik Kongo hat Belgiens König Philippe ausgesprochen, worauf mehrere Generationen von Kongoles:innen seit Jahrzehnten gewartet haben. In einem historischen Schritt entschuldigte er sich offiziell für die Kolonialverbrechen seines Landes:

"Dieses Regime war ein von vornherein ungerechtfertigtes, ungleiches Verhältnis, das von Bevormundung, Diskriminierung und Rassismus geprägt war.... Ich möchte mein tiefstes Bedauern über diese Wunden der Vergangenheit bekräftigen. Sie hat zu Misshandlungen und Demütigungen geführt... Ich möchte mein "aufrichtiges Bedauern" für diese Wunden der Vergangenheit bekräftigen."

Eine schriftliche Entschuldigung hatte Belgiens König vor zwei Jahren, anlässlich des 60. Jahrestags der Unabhängigkeit, an den kongolesischen Präsidenten übermittelt. Mit dem Besuch hofft Belgien, der Versöhnung einen Schritt näher zu kommen.

Belgien herrschte ab 1885 als Kolonialmacht im Kongo und regierte mit brutalsten Methoden. Noch bis zum 30. Juni 1960 gehörte das Land zum belgischen Kolonialreich. Die Demokratische Republik Kongo erduldete 75 Jahre lang die brutale königliche (1885-1908) und koloniale (1908-1960) Herrschaft der Belgier, die die Bevölkerung um die Hälfte reduziert hatte.

Mit einer von vielen symbolischen Gesten zeichnete König Philippe den letzten kongolesischen Veteran, der am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte, mit einem Orden aus. Korporal Albert Kunyuku, der gerade 100 Jahre alt geworden ist, erklärte: "Der König hat mir Versprechen gegeben. Das ist sehr gut. Jetzt müssen wir sie in die Tat umsetzen."

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