Ist das die einfachste Möglichkeit, um den Markt zu schlagen?

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Als Investor suchen wir immer nach einer Methode, um den Markt zu schlagen. Warum sollte man sonst investieren? Du kannst in Indexfonds investieren und einfach das mitnehmen, was die der Markt gibt und hoffen, dass es genug ist, um deinen Ruhestand damit zu bestreiten.

Aber was wäre, wenn es einen einfachen Weg gäbe, um besser als der Markt abzuschneiden? Laut mehrfachen Studien gibt es das: Investier doch einfach in von Gründern geführte Unternehmen, da diese tendenziell besser sind als ihre Mitbewerber. Laut einer Studie der Purdue’s Krannert School of Management besagen die Daten, dass Gründer-CEOs effektiver und effizientere Innovatoren sind als professionelle CEOs „und dass diese Innovationen mehr finanziellen Wert schaffen“ als andere CEOs.

Eine weitere Studie des globalen Beratungsunternehmens Bain and Company im Rahmen der Harvard Business Review ergab, dass in den Jahren 1990-2014 „ein Index von S&P 500-Unternehmen, in dem der Gründer immer noch stark involviert ist, 3,1 mal besser abschneidet als der Rest“.

Gründer investieren langfristig

Eine dritte Studie von Ruediger Fahlenbrach an der Foster School of Business (University of Washington) fand heraus, dass Gründer-CEO-Firmen mehr in Forschung und Entwicklung investieren, höhere Investitionen tätigen und gezieltere Fusionen und Übernahmen vornehmen. Das beste Beispiel einer gezielten Übernahme ist in den letzten Jahren Facebook (WKN:A1JWVX) und sein CEO Mark Zuckerberg. Einen Monat vor dem Börsengang zahlte Facebook in einem der mutigsten Schritte in der Geschichte eine Milliarde US-Dollar für Instagram, ein Unternehmen ohne Einnahmen.

Am Ende fiel Instagrams Kurs auf 715 Millionen US-Dollar; die Aktien von Facebook fielen aufgrund des verpatzten Börsenganges schlagartig und der junge CEO war ein naiver Knauserer. Fünf Jahre später ist Instagram ein großer Wachstumstreiber für Facebook und gilt als eine der größten Übernahmen der jüngeren Geschichte. Es ist unwahrscheinlich, dass ein CEO ohne umfangreiche Stimmrechte die Möglichkeit gehabt hätte, etwas derartiges zu erreichen.

Damals hatte Facebook mehr Bedenken in Bezug auf die Entscheidungen des CEO bezüglich der Kapitalzuteilung. Wie Motley Fool-Mitbegründer und CEO Tom Gardner in seiner Master Class umreißt, veränderte sich damals das Nutzerverhalten von Facebook. Die Website war für ein Desktop-Erlebnis konzipiert, aber die Welt wollte mobil surfen. Da das Unternehmen einen Gründer als CEO hatte, konnte es kurzfristig den Gewinn opfern, um die Entwickler umzuschulen. Es hat sich ausgezahlt — im letzten Quartal kamen 88 % der gesamten Werbeeinnahmen von Facebook aus dem mobilen Bereich.

Mehr vom Kuchen

Zudem besitzen Gründer bereits einen großen Teil des Unternehmens. Bei anderen Unternehmen konzentrieren sich neue CEOs oft nur auf kurzfristige Kennzahlen, um persönliche Aktienoptionen zu erhalten.

Die Gründer kümmern sich dagegen mehr um das Wachstum des Unternehmens. Oftmals geht es den normalen CEOs mehr darum, mehr für sich zu bekommen, während den Gründern mehr daran gelegen ist, das ganze Unternehmen nachhaltig auszubauen.

Amazon (WKN:906866) ist ein gutes Beispiel dafür. Jeff Bezos, Gründer und CEO, hat das Unternehmen kontinuierlich ausgebaut. Er definiert sich durch eine einzigartige Vision von Kundenerfahrung und Innovation, die in seinem letzten Aktionärsbrief erklärt wird. Jeff Bezos war im vergangenen Jahr jedoch nicht der höchstbezahlte Mitarbeiter in seinem Unternehmen. Das war Andrew Jassy, der Leiter von Amazon Web Services.

In einem kürzlich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereichten Antrag sagte der Amazon-Vorstand unter der Leitung von Jeff Bezos, dass das Unternehmen Boni nicht an Leistungskriterien knüpft, da dies „die Mitarbeiter dazu veranlassen könnte, sich ausschließlich auf kurzfristige Renditen zu Lasten von langfristigem Wachstum und Innovation zu konzentrieren“. Darüber hinaus stellte der Vorstand fest, dass die Bezahlung an „Kundenzufriedenheit, Innovation, Handlungsorientierung, Denken wie ein Eigentümer, Langfristigkeit, und Sparsamkeit” geknüpft ist.

Das Management

Mark Twain hat angeblich einmal gesagt: „Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber wenn doch, dann reimt sie sich oft.“ Dies trifft insbesondere bei gründergeführten Unternehmen zu. Es gibt starke Hinweise dafür, dass von Gründern geführte Unternehmen ihre nicht von Gründern geführten Konkurrenten übertroffen haben, aber jedes Unternehmen ist ein Einzelfall und sollte als solcher angegangen werden. Beim Investieren ist nichts garantiert.

Aufgrund der schieren Menge an Hinweisen würde es jedoch nicht schaden, bei der Durchführung deiner Due Diligence dem Management eines Unternehmens besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette, CFA auf Englisch verfasst und wurde am 19.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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