Eine Subway-Filiale in Australien macht mit ihren Bons Politik

Normalerweise fürs Hungerstillen zuständig: Die Sandwich-Kette Subway. (Bild: AP Photo)

Derzeit stimmt Australien per Briefwahl über ein Gesetz ab, dass in Deutschland seit kurzem Realität ist: die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften. Eine Subway-Filiale in Melbourne hat eine Meinung zu dem Thema – und druckt diese auf jede ihrer Rechnungen.

Seit 12. September können die Bürger Australiens darüber abstimmen, ob sie einem Gesetzesvorschlag zur Gleichberechtigung homosexueller Ehen zustimmen oder nicht. In der Bevölkerung spricht sich laut Umfragen eine klare Mehrheit für die Öffnung der Ehe aus. Und überhaupt: Um das Thema „Ehe für alle“ kommt man in Down Under derzeit nicht wirklich herum.

So druckt etwa eine Filiale der Fastfood-Kette Subway seit geraumer Zeit Botschaften auf ihre Rechnungen, um Stimmung für die Abstimmung zu machen. Auf den Bons steht geschrieben: „Wir glauben an Gleichberechtigung für ALLE Australier. Und du? Stimme für JA in der Briefwahl. Tu es, weil es das Richtige ist.”

Bis zum 7. November haben Australier Zeit, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben. Das Ergebnis der Abstimmung ist allerdings nicht bindend. Das letzte Wort hat das Parlament. Dennoch wird die konservative Regierung von Premierminister Malcolm Turnball mit aller Wahrscheinlichkeit das Gesetz zur Gleichstellung verabschieden, sollte sich eine Mehrheit für Öffnung der Ehe aussprechen.

Auf diesem Zettel müssen Australier bis spätestens 7. November ihr Kreuzchen machen. (Bild: AP Photo)

Neben Subway tut auch der Eis-Hersteller Ben & Jerrys seine Meinung zur „Ehe für alle“ mit einer ungewöhnlichen Aktion kund. Bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes bekommt kein Kunde zwei Kugeln der selben Sorte. Wer also zwei Portionen Schokolade will, hat derzeit Pech. Keine „gleichgeschmackliche Liebe“, nennt der Eis-Hersteller die Aktion.

Beide Unternehmen bekommen für ihre Aktionen aus der Bevölkerung viel Zuspruch. Dass es sich bei beiden Marken nicht um australische, sondern amerikanische Konzerne handelt, scheint die Aussies dabei nicht weiter zu stören.