Eine halbe Tonne Marihuana verschwindet aus Lager: Argentinische Polizisten beschuldigen Mäuse

Der Verlust einer halben Tonne Marihuana beschäftigt derzeit die argentinische Polizei. Die konfiszierten Drogen wurden angeblich von Mäusen gefressen. (Bild: AP Photo/Steven Senne)

In Argentinien beschäftigt ein skurriler Fall Polizei und Gerichte. Aus einem Depot der Polizei ist eine große Menge Marihuana verschwunden. Die diensthabende Polizisten schieben die Schuld auf Mäuse – die hätten die konfiszierten Drogen gefressen.

Im Ort Pilar, 60 Kilometer von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt, war der Polizei das Fehlen großer Mengen Marihuana aufgefallen. Die Drogen waren aus einem Polizeilager verschwunden, in dem konfiszierte Rauschmittel von der Polizei gelagert werden.

6000 Kilogramm Marihuana waren dort seit zwei Jahren gelagert gewesen. Davon waren bei einer Inspektion der Lagerhalle nur noch 5460 Kilogramm übrig.

Der erste Verdacht fiel auf den früheren Polizeikommissar Javier Specia, der diesen Job bis April 2017 innehatte. Sein Nachfolger Emilio Portero bemerkte den Verlust und verständigte die zuständige Stelle innerhalb der Polizei, die daraufhin das Depot inspizierte.

Haben die argentinischen Mäuse gekifft? Mäuse essen zwar vieles, aber der Konsum von Marihuana in großen Mengen würde die kleinen Nager umbringen – sagen Experten der Universität Buenos Aires. (Bild: Getty Images/Dr. T. J. Martin)

Vor Gericht sagten alle diensthabenden Polizisten dasselbe aus: Mäuse hätten das fehlende Marihuana gefressen. Forensiker bezweifeln diese Geschichte allerdings. Selbst große Mengen Mäuse könnten kaum derartige Mengen des Rauschgifts konsumieren. Insgesamt soll immerhin mehr als eine halbe Tonne Marihuana auf das Konto der kleinen Nager gegangen sein.

Laut Experten von der Universität Buenos Aires ist es unwahrscheinlich, dass die Mäuse die Drogen fälschlicherweise für Nahrungsmittel gehalten hätten. Selbst, wenn das der Fall wäre, wären viele von ihnen daran gestorben. Dementsprechend viele tote Mäuse müssten sich in der Halle befinden, was aber nicht der Fall ist.

Acht Polizisten haben wegen des skurrilen Falls nun ihren Job verloren. Am 4. Mai müssen vier von ihnen vor Gericht aussagen, das dann darüber urteilen wird, ob sie sich nachlässig verhalten haben.