Rummenigge verkündet erste Bayern-Maßnahmen

SPORT1

 Am Samstag stand Karl-Heinz Rummenigge Seite an Seite mit Dietmar Hopp am Spielfeldrand.

Dem Bayern-Boss hatten die Geschehnisse rund um die Hetz-Banner gegen den Hoffenheim-Mäzen sichtlich zugesetzt.

Am Montag hat sich der 64-Jährige im Gespräch mit der Bild-Zeitung noch einmal zum Plakat-Skandal geäußert:

Rummenigge über…

... die Person Dietmar Hopp als Feindbild: "Wir haben uns am Samstagabend, nachdem ich wieder in München war, nochmal geschrieben. Ich habe den Eindruck, dass Hopp als Synonym für die Situation herhalten muss, obwohl es hier eigentlich um die Kollektivstrafe geht. Diese wurde vom DFB ausgesprochen, nicht von Hopp. Ich kenne ihn als absoluten Ehrenmann, der in den Sport viel Geld investiert hat. Nicht aus Eigennutz, sondern um seiner Region etwas gutes zu tun. Deshalb fand ich das Verhalten fehl am Platz. Ich habe mich bei ihm entschuldigt, bin aber weiterhin der Meinung, dass es da eigentlich nichts zu entschuldigen gibt. Ich hoffe, dass so etwas beim FC Bayern nie wieder vorkommt."

Dietmar Hopp (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

... den aktuellen Ermittlungsstand der Täter: "Ich komme gerade aus einer Vorstandssitzung, an der auch Herbert Hainer (Bayern-Präsident, Anm. d. Red.) teilgenommen hat. Wir haben beschlossen, dass wir eine Kommission gründen werden, weil wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können. Wir werden natürlich auch vollumfänglich mit der Ermittlungsgruppe der Polizei Mannheim zusammenarbeiten. Und unser Block wurde ja auch gefilmt. All diejenigen, die ausgemacht werden können, müssen damit rechnen, von Bayern bestraft zu werden. 

... die Art der Strafe: "Wir hatten in der Sitzung auch einen Juristen dabei. Die zivilrechtliche Handhabe liegt beim FC Bayern und wir wollen dieses hässliche Gesicht nie wieder sehen. Wir hatten gerade erst unser 120-jähriges Jubiläum, dann das Spiel gegen Chelsea und auch gegen Hoffenheim haben wir eine super Leistung gezeigt. All das wurde von denen, die sich in der Kurve danebenbenommen haben, ad absurdum geführt. Das werden wir so nicht hinnehmen und akzeptieren. 

... die Ankündigung von Schalke, den Platz bei weiteren Vorfällen unabhängig vom Spielstand verlassen zu wollen: "Das ist eine konsequente Haltung, die Schalke da gezeigt hat. Wir haben ja alle erkannt, dass das Prozedere des Drei-Stufen-Plans so nicht funktioniert. Es gibt den Fans die Chance, nicht nur einmal, sondern zwei Mal solche Dinge zu tun. Das ist nicht das wir wollen, dass zwei Mal Zirkus veranstaltet wird. Wir sollten einfach grundsätzlich mit diesem Zirkus aufhören. Ich gehe ins Stadion, um mich des Spiels zu erfreuen und nicht irgendwelche Machtproben zu erleben. Für das Spiel am Dienstag wird wichtig sein, dass wir uns grundsätzlich abstimmen. Mein Vorstandskollege Jan-Christian Dreesen wird mit der Schalker Seite sprechen, wie wir da gegebenenfalls vorgehen. Ich habe aber zumindest die leise Hoffnung, dass das Thema Kollektivstrafen jetzt ein wenig abgearbeitet ist."

... mögliche Lösungen für das Problem: "Wir haben diese Kommission gebildet, die sich mit den Maßnahmen beschäftigen wird. Da gilt es jetzt herauszufinden, was wir tun können. Wir haben ja immer viel geredet und ich bin ein Freund des Dialogs. Aber man muss auch festhalten, dass der Dialog nichts gebracht hat. Wir befinden uns in einer Einbahnstraße in der die Klubs nur geben und die Fans nur nehmen. Es geht dabei einzig und allein um Machtdemonstration. Sie wollen den Klubs und Verbänden zeigen, dass sie in den Stadien die Macht haben."

... die Kritik an umstrittenen Sponsorendeals: "Die Kritik ist so ja nicht neu. Ich kann nur grundsätzlich aus unserer Erfahrung mit Qatar Airways sagen: seit sich Katar mit dem Fußball beschäftigt, ist dort ein fundamentaler positiver Effekt zu erkennen. Der Dialog hat dort Positives ausgelöst und das würde ich mir auch für das Thema Ultras erhoffen.