Was ein US-Veteran über Waffen schreibt, spaltet die Twitter-Gemeinde

Auf einem Schießstand in Texas üben Männer mit dem Sturmgewehr M4. Gegen den Privatgebrauch dieser Waffen spricht sich nun ein Veteran aus. (Bild: AFP)

800.000 Menschen haben am Wochenende beim „March for our Lives“ in Washington demonstriert. Nach dem letzten Amoklauf an einer Schule in Florida fordern sie, den Zugang zu Waffen endlich strengeren Regeln zu unterwerfen. Dass die Waffengegner ausgerechnet von einem Veteranen unterstützt werden, schlägt auf Twitter hohe Wellen.

Wenn es um das in Amerika geltende Recht geht, sich bewaffnen zu dürfen, sind die Meinungen normalerweise klar verteilt. Entweder man ist dafür oder dagegen. Dass sich nun ausgerechnet einer auf die Seite der Waffen-Gegner stellt, der sich von Berufs wegen damit auskennt wie die wenigsten, hat im Netz für Diskussionen gesorgt.

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Bei Twitter schrieb ein User namens Westside Fireman, Feuerwehrmann, Veteran und vierfacher Vater: „In der afghanischen Wüste habe ich fast ein Jahr lang eine M-4 mit mir herumgetragen. Wenn du denkst, diese oder eine andere Kriegswaffe zu brauchen, um dein Zuhause zu beschützen; solltest du die Art und Weise überdenken, wie du dein Leben lebst & dir weniger Feinde machen. In den Händen von Zivilisten haben diese Waffen nichts verloren.“


Das Sturmgewehr M4 gleicht der halbautomatischen Waffe AR-15, die in den USA auch Zivilisten kaufen können und die immer wieder auch Massenmörder benutzen. Zuletzt hatte der 19-jährige Amokläufer Nikolas Cruz damit 17 Menschen an einer Highschool in Florida getötet. Und sie kam auch zum Einsatz, als im vergangenen Jahr 59 Menschen bei einem Massaker in Las Vegas starben.

Schüler halten bei der “March for our Lives”-Demonstration Porträts der Opfer des Amoklaufs in Florida in den Händen. (Bild: AFP)

Ein User antwortete auf den Tweet des Veteranen: „Dir gefällt vielleicht nicht, dass ich die Zivilversion der ‚M4‘ besitze, aber du kannst nichts daran ändern, dass ich ein verfassungsmäßiges Recht darauf habe.“ Dazu postete er eine Werbung der National Rifle Association (NRA).


Einen weiteren Tweet des Veteranen, indem er schrieb, wie verblüfft er über die vielen Reaktionen wäre und klarstellte, er sei nur ein normaler Typ und spreche nur für sich, kommentierte eine Userin so: „Mein Freund, du bist *viel mehr* als nur ein „normaler Typ“. Respekt.“


Während die einem dem Soldaten danken und ihm zustimmen, erntet er auf der anderen Seite Kritik und Unverständnis. Die Reaktionen bei Twitter sind wie die ganzen Vereinigten Staaten in diesem Punkt: gespalten.

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