Ein schwedisches Start-up revolutioniert die LKW-Branche

Der LKW von Einride sieht nicht nur innovativ aus, er ist es auch. Das bereitet der Konkurrenz Sorgen. (Bild: Einride)

Einride heißt die bislang relativ unbekannte Firma, die Tesla, Daimler und MAN zeigen will, wo der Hammer hängt. Mit selbstfahrenden LKWs, die keine schädlichen Emissionen ausstoßen und das Zeug dazu haben, eine ganze Branche unter Zugzwang zu setzen.

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hat der Einride-Gründer Robert Falck auf die harte Tour gelernt, was passiert, wenn man technisch nicht auf der Höhe der Zeit ist. Aufgewachsen auf einem kleinen Bauernhof in Schweden konnten er und seine Familie den Hof nicht halten, nachdem sein Vater gestorben war. Weil überall Maschinen fehlten, war die Arbeit einfach nicht zu schaffen.

17 Jahre später könnte Falck als Gründer des Start-ups Einride Geschichte schreiben. Sein Konzept: Ein selbstfahrender und mit Batteriestrom betriebener Lastwagen, den er und sein Team aus Technikern und Designern T-Pod getauft und bereits auf der Automesse in Detroit präsentiert haben. 3,5 Millionen Euro von Privatinvestoren hat Falck bislang gesammelt, um die 15 Standard-Paletten fassenden LKW ohne Fenster und Fahrerkabine auf die Straße bringen zu können.

Lesen Sie auch: Spielwarenhersteller hängt Porsche ab

Ausgerüstet mit Kameras und Radar können die T-Pods entweder autonom fahren oder ferngesteuert werden. Als ersten großen Kunden hat Falck die Discounter-Kette Lidl an Land gezogen, zwischen deren Lagern in Schweden die T-Pods noch in diesem Jahr herumfahren sollen. Das nächste große Ziel wären Unternehmen in den Vereinigten Staaten, deren weite Gebiete und Highways mit wenig Verkehr das ideale Terrain für autonomes Fahren bieten.

Wie interessant das Thema für die Branche ist, haben natürlich auch die großen Firmen mitgekriegt. Bei Daimler und MAN arbeiten die Ingenieure und Techniker ebenso an autonomen LKWs wie bei Uber und den US-Start-ups Embark und Starsky Robotics. Navistar und Cummins haben bislang zwar keine Pläne für selbstfahrende LKWs, dafür aber für E-Laster. Einen solchen hat auch Tesla schon entwickelt. 800 Kilometer soll der ohne Aufladen zurücklegen können, 2019 in Produktion gehen und u.a. bei UPS zum Einsatz kommen.

Lesen Sie auch: Autobauer wegen Abgastests am Pranger

Bei aller Konkurrenz bleibt Falck selbstbewusst. Gegenüber der „SZ“ sagte er: „So weit wie wir ist jedenfalls niemand.” Den Bau der LKWs sollen Auftragsfertiger übernehmen, eigene Fabriken will der 35-Jährige nicht bauen. Dafür soll seine Firma die Flotte selbst betreiben und Spezialisten beschäftigen, die die LKW überwachen und gegebenenfalls auch fernsteuern können.