Ein Louvre in Abu Dhabi

Drei Tage bevor der Louvre in Abu Dhabi seine Türen für Besucher öffnet, haben der französische Präsident Emmanuel Macron und arabische Scheichs das neue Museum am Mittwoch gewürdigt. Anwesend waren unter anderem der Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Raschid Al Maktum, sowie der Kronprinz Mohammed bin Said Al Nahjan.

Außerdem kamen der marokkanische König Mohammed VI. und der afghanische Präsident Mohammad Ashraf Ghani.

Bei der feierlichen Zeremonie bezeichnete Macron den neuen Louvre als “Tempel der Schönheit” und lobte den Architekten Jean Nouvel.

Für Macron steht fest, die Schönheit der Kunst werde Brücken zwischen den Kontinenten schlagen. “Was hier passiert, ist ein anderer Ansatz. Es gibt nichts Dringenderes, als die Kultur, die Bildung, die Schönheit und all das, was die Menschheit auszeichnet, zu fördern”, sagte Macron in seiner Rede.

Eine Milliarde Euro geht nach Paris, 600 Spitzenwerke aus dem #Louvre nach Abu Dhabi. The Art of the Deal. https://t.co/UrV0PUbVXG— ZEIT ONLINE (@zeitonline) 8. November 2017

Abu Dhabi befinde sich im Zentrum von Spannungen, die die ganze Welt beschäftigen. “Die Schönheit werde die Welt retten”, zitierte Macron die Worte des russischen Schriftstellers Dostojewski.

Der Louvre Abu Dhabi ist das erste Museum mit universellem Anspruch in der arabischen Welt. Auf mehr als 6000 Quadratmetern sollen hier Geschichte der Menschheit und verschiedene Kulturen aufeinandertreffen.

Etwa 300 Leihgaben aus französischen Museen werden im Museum ausgestellt, darunter Werke von Leonardo da Vinci und Vincent van Gogh.

In einem der Räume liegen ein blauer Koran aus dem 9. Jahrhundert, eine Tora von 1498 und zwei Bände einer Bibel aus dem 13. Jahrhundert nebeneinander.

In die 180 Meter lange Kuppel des neuen Louvres sind über 7000 “Sterne” eingebaut: Tagsüber scheint durch diese Öffnungen das Sonnenlicht herein.

Das Projekt wurde vor zehn Jahren zwischen Frankreich und Abu Dhabi besiegelt. Der Bau wurde von den Vereinigten Arabischen Emiraten übernommen und soll über 600 Millionen Euro gekostet haben. Er wurde mit mindestens drei Jahren Verspätung zu Ende gebracht.

- mit dpa